Einrichtung und Pflege eines Ostafrikaaquariums 

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... die nachfolgenden Beschreibungen basieren auf meinen ca. 40-jährigen Erfahrungen aus der Cichlidenhaltung - insbesondere Cichliden des Tanganjikasees - und spiegeln nur meine eigenen Einschätzungen v.a. in Hartwasserlebensräumen wieder. Eine Verallgemeinerung, Allgemeingültigkeit, das Übertragen der Bedingungen auf Becken anderer Halter - zumal ohne Kenntnis spezifischer Situationen - oder der Aussagen und Ergebnisse des Textes ist ausdrücklich nicht damit beabsichtigt und auch unmöglich. Laufende Erweiterungen, Ergänzungen ...


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Empfehlungen (bei Gesellschaftshaltung) und Hinweise :


Grundsätze der Vergesellschaftung


Es gibt durchaus einige Erfolgskriterien der Haltung hinsichtlich Anzahl der Individuen und Arten zu berücksichtigen. Hier sind einige davon, ohne Anspruch auf Vollständigkeit:


  •  Niemals 3 Tiere einer Art. Entweder ein echtes Paar oder mind. 4-5 Tiere einer  Art
  •  Niemals 2 große revierbildende Bodenarten in Becken unter 1,0 m² Fläche 
  •  Niemals reine Pflanzenfresser und reine Fleischfresser zusammen          
  •  Niemals große robuste Arten mit zierlichen und/oder empfindlichen Arten zusammen
  •  Niemals zu ähnliche Unterarten der selben Art bzw. Fangregion zusammen
  •  Niemals viele ( 5 und mehr ) Arten zu jeweils 3 Tieren im selben Aquarium, besser anders herum   
  •  Niemals nur wenige Tiere in, nur scheinbar optimalen, großen und offen gestalteten Becken halten

Besatzbeispiele (nach Netto-Wasser-Volumen. Beckenform beachten) für Becken < 1000l netto


160L:  Max. 2 Arten je 2 und 5 Tiere. Bspw.: 5 Freiwasserbewohner und ein Paar Felsencichliden oder Sandcichliden oder Schneckencichliden

200L: Max 3 Arten. 1-2 Paare Bodenbewohner und 5 bzw. 7 Freiwassertiere. Bspw.: 5 oder 7 Cyprichromis und ein Paar Felsencichliden oder Sandcichliden und ein Paar Schneckencichliden.  

Je 100L mehr Wasservolumen sind ein paar Individuen der Freiwasserart mehr möglich. Jedoch kaum mehr Arten. 

500L: Max. 4 Arten. Max. 2 große Freiwasserarten ( Cyphotilapia, Gnathochromis, Tropheus, Petrochromis, Bentochromis, Boulengerochromis, ... ) mit teils größerer Individuenzahl, dazu 2 Paare Felsencichliden oder eine kleinere Gruppe Sandcichliden und eine Gruppe Schneckencichliden oder ein Artenbecken für die Großcichliden des Sees. Für ein Artenbecken sind insbesondere Cyphotilapia geeignet. 


Auch hier gilt: Je 100L mehr Wasservolumen sind ein paar Individuen der Freiwasserart mehr möglich. Jedoch kaum mehr Arten.


Ganz andere Möglichkeiten eröffenen einem seh große Becken, welche wesentlich mehr Fassungvermögen vorweisen können, natürlich. Dies ist aber eher die bundesdeutsche Ausnahme denn die Regel, weshalb eine Beschreibung hier obsolet erscheint. Trotzdem, prinzipiell bleiben auch hier diese die Grundsätze erhalten.


Ein Überladen, auch der allergrößten Becken, bspw. mit 6 und mehr Gattungen, Arten und mit jeweils nur sehr wenigen Individuen je Gattung, Art, ist jedenfalls zu vermeiden! Dies stellt übrigens einen der allergrößten aller möglichen denkbaren Fehler in der Aquaristik dar!


Typische Indizien für ein solches Überladen sind Erscheinungen wie langsames, stressbedingtes oder scheinbar grundloses Verkümmern, Nahrungsverweigerung, Abmagerung und letztlich das Dahinsiechen und Absterben vieler Tiere und zwar einzeln und über Wochen hinweg.


Fast wöchentlich erreichen mich Misserfolgs-Berichte deren Ursachen ganz "glasklar" in solchen Vergesellschaftungsfehlern begründet liegen ... .


Ein Negativbeispiel:


1000L, brutto, typisches Lochsteinbecken ( ... bei näherem Hinsehen ev. noch 600L netto )


Besatz :


3 Ophtalmotilapia, 4 Neolamprologus marunguensis, 8 Cyprichromis, 10 junge Cyphotilapia frontosa, 2 Neolamprologus büscheri, 3 Altolamprologus, 4 Variabilichromis !


Die ersten, die den "Löffel" abgaben, waren die kleinen Cyphot. frontosa ... .
Eine Beschränkung auf 3 Arten, dafür aber diese in etwas größerer Individuenzahl und v.a. Bewohner für unterschiedliche Beckenbereiche, das wäre die Lösung gewesen.
Verstehen Sie mich nicht falsch, ich halte es für wichtig für eine angemessene Individuendichte in größeren Aquarien zu sorgen. Das aber nur bei eher geringer und zueinander gut passender Arten- und Gattungsanzahl, wie oben beschrieben.


Die fischgereche Beckenform


Entweder 1. eher hoch oder 2. eher tief oder 3. eher große Bodenfläche oder aber 4. eine Kombination daraus - das richtet sich, wie die Einrichtung selbst auch, allein nach den geplanten Artenzusammenstellungen. Wir unterscheiden Lebensräume wie folgt:


Lebenszonen, Aufenthaltszonen:


  • Sand- und Bodenzone und Schneckenhäuser
  • Geröllzone ( Kiesel, Bruchsteine )
  • Felszone
  • Freiwasserzone


Entsprechend müssen die Becken zunächst gekauft, bestellt oder selbst gebaut und dann eingerichet werden.



Kritische Betrachtung der Forenbeiträge zum Kontext


Ein kritisches Wort zur Communitiy im Netz. Leider, so erscheint es, "verkommt" die Internetzkultur generell in vielen Aquaristik-Themenbereichen und einschlägigen Foren immer weiter zu bloßen Sammelorten gleichgeschalteter, meist unreflexiv und unsituativ übernommener, Laien-Standard-Beiträge.


Ganz oft werden diese so entwickelten vermeintlichen Standards von sogenannten "Experten", oft den Moderatoren, angeregt und befördert. Der Gipfel der Absurdität dabei scheint aber folgende dort herrschende Logik: Experte nämlich dabei wird, wer möglichst viele Beiträge verfasst. Dort vorherrschende Pseudostandards werden dann vom Individuum irreführend als allgemeingültig und "einzig wahre" Norm angesehen, schliesslich erlernt und immer öfter hoch emotional, vehement agressiv und grobschlächtig, ja, teils beleidigend und entwürdigend, vor Fragenden und Andersdenkenden verteidigt.


In neuen Internetforen, Experten-Berichten und selbst in manchen neueren Büchern wird - eventuell bereits als Konsequenz daraus - beispielsweise grundsätzlich übertrieben, wenn es um die angeblich optimalen Wasservolumina unsere Aquarien geht. Ein Grund dafür mag die Suche nach ausreichend Sicherheit bei purer Unkenntnis bzw. herrschender Unsicherheit sein. Aufgrund fehlender einschlägiger Gesetze oder echter Expertenrichtlinien, Beiträge von Fischtierärzten, Fischbiologen und Profihaltern schafft man sich eigene Realitäten, auch und selbst dann, wenn diese einem bei näherer Betrachtung noch so absurd erscheinen müssten. Pure Unsicherheit führt endlich dazu, dass ein Aufschaukeleffekt der Bruttoliterzahl nach dem Motto "sicher-ist-sicher" hinsichtlich der vermeintlich angemessenen Größe des Aquariums seit Jahrzehnten stattfindet. (Bullwhipeffekt!). Dabei wird sich in moderierten Foren heutzutage eingeredet, dass es bspw. nahezu optimal sei 30 Tropheus in 600L - Becken, mehr oder weniger ohne Einrichtung, zu halten. Geht das so weiter, sind im 20 Jahren für "Frontosa" nicht mehr scheinbare 2 m Länge und 750 L Minimum ( Optimum ? ) sondern 4 m und 2000 L ... Absurd!


Letzten Endes steckt dahinter wahrscheinlich auch die blanke und völlig richtige Einsicht dafür, dass eigentlich jedes künstliche Heimhabitat grundsätzlich zu klein sein muss und man sich dessen per se schämt.


Denn reflektieren Sie doch mal kurz über die tatsächliche Größe der Fels-, Geröll-, und Sandbiotope an den Seenrändern. Dabei wird Ihnen schnell klar werden, dass auch 10.000 L-Becken letztlich nur artwidrige "Pfützen" darstellen, in denen auf Krawall "gebürstete" dominante Tiere trotzdem jeden unliebsamen Mitbewohner quälen können! - Verzeihen Sie die marzialischen Worte - aber hier ist doch keine Spur von "optimal".


Am Ende ist es oft sogar contraproduktiv, nur wenige Tiere oder recht kleine Gruppen in überaus großen und offenen Becken zu halten, da genau diese Offenheit, verbunden mit geringer Individuenzahl, meist zu Dauerstress, ja, gar zu dauerhaften Angszuständen bei den (zu) wenigen Insassen, führt. Besonders betroffene Tiere werden den Schreckzustand auch noch andauernd untereinander weiter übertragen ( Schwarmreaktionen ). So gerät jeder Schreckmoment eines Individuums zu einer ernsthaften Gefahr für alle Mitbewohner, weil diese aufeinander ständig und promt reagieren. Stoß- und Rissverletzungen sowie stressbedingte Darmkrankheiten sind dann quasi vorprogrammiert. Fatal! Da genügt es auch nicht ein oder zwei Steinbrocken im Becken zu verteilen ... .


Sehen Sie manchmal TV-Dokumentationen? Haben Sie da schon mal professionelle, von Experten geleitete, Fischfarmen beobachtet? Genau, dort schwimmen zum Teil zehntausende bis zu 10 cm lange Jungfische in Aufzuchtbehältern von, sagen wir 10000 L, dicht an dicht in Plastikwannen. Es ist dort enger als in der berühmten Sardinenbüchse ...  Fragen Sie sich dann nicht auch hin und wieder warum das da eigentlich so gut klappt?   


Tatsächlich ist es den meisten Tieren in Gefangenschaft nämlich reichlich gleichgültig, ob sie in einer kleineren harmonierenden 4er- oder 5er-Gruppe in einem  gut strukturierten und gepflegten 150L-Revier oder in einer 60er Gruppe, in einem offen gehaltenen 1000L-Becken mit mehreren Revieren gehalten werden, solange die weiteren Rahmenbedingungen stimmen, für die wir die Verantwortung tragen müssen. Welche sind das? Lesen Sie unten weiter!


Übrigens: Wer wissen möchte, welche Mindesanforderungen gemäß § 2 Tiersch.G. besonders bezüglich der Platzverhältnisse für tropische Süßwasserfische gesetzlich seit Ende des letzten Jahrtausends verankert sind, der sei bspw. auf die Seiten des "Bundesministerium für Ernähung und Landwirtschaft" hingewiesen. Eine gute Suchmaschine hilft schnell weiter.


SuchEingabe:


"BMEL/Mindestanforderungen/Zierfische ..."


bzw. :


" TVT-MB_37_Süßwasser-Zierfische__Checkliste_Zoofachhandel__Mai_2015_"


Die Angaben des BMEL aber sind, unter einer vernünftigen Betrachtung, zumindest teilweise abzulehnen und insgesamt einfach unzureichend! Beispiel: "Cyphotilapia >200". Diese Angabe dort bezieht sich bspw. auf die Kantenlänge in cm, nicht auf das Fassungvolumen, netto. Damit ist so aber noch nichts anzufangen, da weitere wesentliche Angaben zu Netto-Wasservolumen, Einrichtung, Höhe, Tiefe, Tieranzahl, Tieralter, Tiergröße, Vergesellschaftung, Licht, ... eines geeigneten Beckens fehlen!  Ergo: Sinnvolle Becken für diese Gattung bspw. können letzten Endes wesentlich kürzer als 200cm sein oder aber wenig sinnvolle eben wesentlich länger als 200cm. Aus meiner Sicht bspw. sollte ein Becken für voll adulte Tiere dieser "Tiefwasserart" im übrigen nicht wesentlich unter ca. 70 cm Netto-Wasser-Stand für  aufweisen. Unter "Steckbriefe" lesen Sie auch warum ...


Etwas differenzierter äussert sich da das TVT-MB ... ( vgl. link-Hinweis oben )


Hinweis: Im Netz sind Bilder etlicher optisch herausragender Becken zu finden, welche netto eigentlich 800L bis 1000L Wasservolumen fassten. Bedingt durch übertriebenes Einrichten am Boden an den Seiten, an der Rückwand oder bis oben hin mittig mit Geröll überladen reduziert sich das Volumen dann schnell um bis zu 50%. Ganz oft wird auch die Füllhöhe ( wegen Spritzwasser ) nicht ausgenutzt. Auf die Spitze getrieben besitzen die Einrichtungsgegenstände keine Hohlräume, Rückzugsräume für die Beckenbewohner. Solche Aquarien sind dann, ausgehend von den Angaben oben, entsprechend wie ein 400L oder 500L Aquarium zu behandeln, zu besetzen. 



Gesellschaftung aus unterschiedlichen Seen und Bedingungen


Eine mögliche Form der Haltung ist ein Gesellschaftshaltung in großen Becken mit ganz unterschiedlichen Gattungen aus verschiedenen ostafrikanischen Seen.


Es ist dabei zwingend darauf zu achten, dass alle Tiere zwar ähnliche Futter- und Wasserbedürfnisse mitbringen müssen aber die eingebrachten Arten im Aquarium jeweils unterschiedliche Lebensräume besiedeln können, sich deshalb ignorieren werden, und/oder sich wegen der Beckengröße einfach aus dem Weg gehen können. Warum? Das lesen Sie bspw. weiter unten nach. Die Zusammensetzung von Malawi- mit Tanganjikabuntbarschen, vor allem unter "Tanganjikanern" normaler Weise verpönt, ist letztlich reine Geschmacksache und kann unter Beachtung der oben genannten Aspekte sehr wohl erfolgreich verlaufen. Beispielsweise sind Arten der Gattung "Cyprichromis" aus dem Tanganjikasee sehr gut mit der Gattung "Aulonocara" aus dem Malawisee zu vergesellschaften.



Vermeintliche oder tatsächliche Aggressionen ostafrikanischer Cichliden


Oben erwähnte Besatz-Empfehlungen, Warnungen, stützen sich auf langjährige Beobachtungen der Verhaltensweisen von Buntbarschen im Aquarium, welche gemeinhin als Ausdruck von Cichlidenaggressivität bekannt sind und letztlich alle aus dem selben Fortpflanzungstrieb resultieren. Eine Kategorisierung aggressiven Verhaltens könnte bspw. so gelingen:


> Differenzierung nach 1. Innerartlichen und 2. Territorialen Formen von Aggressivität.


Konsequenzen von 1. : Das Halten von wenigen ( bspw. nur 3-4 ) artgleichen Tieren führt über kurz oder lang zu Misserfolgen. Ausnahme sind harmonische, echte Paare bei Substratbrütern. Selbst hier kann es aber nach Jahren zu plötzlichen Aggressionen kommen. Keine Rolle spielt dabei übrigens die Geschlechtsverteilung ( es gibt übrigens auch homosexuelle Paare! ). Aggressionen richten sich dann gegen alle weiteren artgleichen Tiere des oft selben Geschlechtes. Im besonderen Maße ist dann davon auszugehen, dass unterlegene Omega-Tiere letztlich weit durch "Ihr" Becken getrieben werden. Diese Tiere werden kategorisch und anhaltend bis in die letzten Winkel regelrecht verfolgt, sogar extra gesucht und dann ausdauernd gepeinigt. Scheinbar klares Ziel: ... vertreiben geht nicht ... also töten!  Da hiflt auch kein Aquarium mit 3m Länge und zig Verstecken mehr! Nur die rechtzeitige Erkennung und Herausnahme rettet das Tier.


Konsequenzen von 2. : Revierbildende, meist männliche, Tiere dulden keine artgleichen oder artfremden "Eindringlinge". Buntbarschreviere sind rasch 0,5 m³ gross im Aquarium. Dabei gilt auch im besondern Maße der Raum über dem Boden als Revier selbst substratgebundener Cichliden. Insofern müsste dieses in m³ gemessen werden. Im Aquarium überlappen also häufig für uns unsichtbare Reviere oder sie grenzen zumindest aneinander an. Es entsteht ein für unsere Augen unsichtbares Netzwerk von Reviergrenzen auf engstem Raum! Da wird an den Grenzen ständig gebissen, gedroht, vertrieben, gesichert, gezankt, gebalzt, Kiemen und Kehle gespreizt, Flossen gestellt, Körper gekrümmt und gespannt und ... volle Breitseite gezeigt. Nur eine höhere Individuendichte kann dann letztlich für das einzelne Tier ein langfristig tierverträgliches Maß an Stress gewährleisten. Auch hier spielt die Geschlechtsverteilung keinerlei Rolle.


Ergänzung: Dieses Verhalten ist nicht als verhaltensgestört zu bezeichnen sondern entspricht natürlichen Verhaltensweisen in den natürlichen Revieren. Die Weibchen vieler Cichliden kommen so überhaupt erst in Paarungsstimmung. Sie suchen sich einen bestimmten Partner, nämlich jenen Fischmann, der seine besondere Fitness durch möglichst "aggressives?" und dominantes Verhalten schon bewiesen hat. Diese Vorgehensweise kennen wir auch von vielen anderen Tierfamilien, bspw. von vielen Vogelarten.


Bedenken Sie:  Sowohl im Malawi- als auch im Tanganjikasee herrschen an den riesigen Buntbarschrevieren der Küsten meist ähnliche Fischdichten wie an den tropischen Korallenriffen!


... Das hat seine (diese) Gründe! 


Schwierigkeitsgrad


Im Allgemeinen meint man zu erkennen, dass die Haltung und Pflege der Tiere aus dem Tanganjikasee anspruchsvoller sei, als bspw. die Haltung von Tieren aus dem Malawisee! Warum ist dem so?


Verantwortlich dafür könnte die geringere Toleranz der Fische dort gegenüber Veränderungen ganz generell und vor allem gegenüber negativen Wasserbedingungen, Besatzbedingungen, Futterbedingungen und/oder negativen Kombinationen daraus sein. Einige Indizien, die das begründen könnten:


  • Der See ist "noch" weitgehend frei von Schadstoffen, unbelasteter als der Malawisee
  • Der pH-Wert dort entspricht eben nicht mehr unseren Haushaltswasserbedingungen sondern ist in der Regel alkalischer, zudem gilt wegen der spezielen Ionenverteilung im See KH > GH
  • Die Tiere sind noch territorialer sowie intoleranter untereinander oder gegenüber Eindringlingen, Beifischen als es "Malawis" sind.
  • Die Tiere sind in der Regel scheuer als "Malawis" und empfindlicher gegenüber Störungen am und im Becken
  • Die Tiere reagieren auf für sie ungeeignetes Futter und faslchen Wasserbedingungen sehr sensibel bspw. mit Wachstumsstörungen und/oder Darmentzündungen, Blähungen und schliesslich mit Bakterienansammlungen im Bauchraum ( dann oft als sog. "bloat" diagnostiziert! ) ....
  • Degeneratiosnerscheinungen bei Inzucht, bereits ab der 2. Generation


.... die Liste ließe sich leicht fortsetzen.


Wasserparameter im Aquarium ( hier nur die Wichtigsten! )  

           

Enantiopus Sp. "kilesa" Junggruppe

Temperatur: 23 - 26 Grad Celsius
pH-Wert:  7,5, besser 8 - 9
Karbonathärte: 14 - 22 KH

Gesamthärte:  GH ist weniger wichtig
Nitrat  < 10mg/l Wasser

Nitrit : 0mg/l; darf nicht messbar sein

Ammoniak : 0mg/l; darf nicht messbar sein




Strömung und Oberflächenwasserbewegung sollte mittel bis stark sein, kein Bakterienfilm oder Schaum an der Oberfläche mit bloßem Auge darf erkennbar sein


Ein Anruf beim städtischen Wasserwerk mit der Bitte um die Reichung der aktuellsten Untersuchungsberichte auf vorgegebene Rohr-Wasser-Parameter liefert wichtige Ausgangssituationen zur Aufbereitung und sollte regelmäßig eingeholt werden!


Unser Rohrwasser wies zuletzt folgende wichtige, gerundete, Paramter aus:


KH 14 ( untere Grenze für Tanganjika ! ), GH 17 ( nicht wirklich wichtig ); Nitrat 26,3 ( schlecht ! )


Hohe Nitratwerte sind vor allem dort zu erwarten, wo erheblicher Nährstoffeintrag in den Boden ( Grundwasser ) durch intensive Landwirtschaft ( Gülle ) erfolgt. Im Umkehrschluss bedeutet das tatsächlich, für Einige eher unerwartet, dass Rohrwässer in Großsstädten meist sauberer sind als auf dem Lande! Das hängt allerdings auch davon ab, wieviel Anteil am Rohrwasser nun gerade das Grundwasser ausmacht.


Auszug:

 

 

 

 

















Becken aufstellen :


Enantiopus Sp "kilesa"+Xenotilapia papilio tembwe
Enantiopus Sp. "kilesa" Jungtiere

 


Standort eines Cichlidenaquariums


Es geht hier um die Wahl des "richtigen Stellplatzes" bezogen auf Ihre Verhältnisse zu Hause. Cichliden sind zumeinst scheue, relativ intelligente Gesellen, welche diverse Möglichkeiten des Rückzugs schätzen und benötigen.


Stellen Sie sich doch einmal kurz vor Sie planten ein Aquarium in einem 6-Personen-Haushalt mit "Stubentiger" und Stellplatz im Wohnzimmer.


Es gibt dabei eine solche Fülle von potenziellen Fehlern, dass ich hier nicht alle einzeln beschreiben kann. Tatsache ist aber, dass es einem die Aquaristik verleiden kann, wenn solche Fehler zu andauernden Misserfolgen führen!


Gehen wir nun etwas unkonventionell vor:


Nehmen wir weiter an, die Planung sähe vor, das Becken schön einsehbar direkt vor den Esstisch, oder noch besser, vor den Fernseher und in ähnliche Höhe stehend wie dieser, quasi als Display und Möbelstück, aufzustellen.

Gegenüber befände sich direkt ein Sonnenfenster, denn die Tiere reflektieren ja wunderbar in allen Farben unter direktem, seitlichem Sonnenlicht.

Weiter befände sich exakt neben dem Becken eine Wohnzimmertüre, weil nur da wirke das "Aquariummöbel" auch attraktiv.

Natürlich wäre die Einrichtung so gewählt, dass die Tiere jederzeit und von allen Seiten immer betrachtet werden könnten Rückzugsräume gäbe es nicht.

Alle 6 menschlichen Mitbewohner sorgten zudem für andauerndes "Lichtgeschalte", den ganzen Tag lang, und machmal auch bis spät nachts.

Vibrationen, hervorgerufen durch Getrampel, Geschiebe, Rolläden sowie gleichzeitig laufende Geräte wie Fernseher und Stereoanlage, Küchengeräte erschütterten unablässig das Becken und wären einfach nur laut ( Seitenlinienorgane! ).

Ständig krachte die Wohnzimmertür auf und zu.

Das Aquarium wäre als Raumteiler aufgestellt. Tagsüber manchmal und nachts immer, schliefe die Katze auf dem herrlich warmen Becken, würde ständig drauf und runter springen und so nachts die Fische beim Schlaf zusätzlich stören. Im Zuge des Klimawandels erwärmte sich der Raum ab Mai bis Mitte September teils auf über 30 Grad C., das Aquariumwasser und seine Insassen reagierten entsprechend ... usw. ... .


Nun, irgendwann würde der Halter, trotz bester Wasserverhältnisse und bestem Futter und trotz des grossen Wasservolumens feststellen, dass mit den Aquarieninsassen etwas nicht stimmte und finge nun an, wochenlang verzweifelt am Aquarium "herumzudoktern" ... was alles noch verschlimmerte.


Erlauben Sie eine Spitze: ... Wenn ich hier Buntbarsch wäre, würde ich auch lieber sterben ...


Was heisst das im Umkehrschluss?


Die Tiere und ihre Behausung sind kein Dekorationsmaterial für Ihr Wohnzimmer!


Es sind und bleiben Ihre Haustiere aber mit eigenen Ansprüchen und Bedürfnissen.


Ein oder zwei solcher Fehler oben werden von einigen Gattungen eventuell noch dauerhaft ertragen, eine Kumulation der Fehler allerdings nicht mehr.  


Kürzen wir nun wieder ab:


Stellhöhe: 


Je belebter der Raum ist, desto höher das Becken aufstellen. Nicht unter 100 cm Stellhöhe plazieren.


Platz:        


Aquarien niemals angrenzend an Türen, Fernseher, Tische oder unter direktem Einfluss von zu viel Sonnenlicht und/oder zu viel Wärme im Sommer.


Ausschlusskriterium:  


Becken niemals in zu belebten Wohnzimmern, wie im obigen Beispiel, ausfstellen


Haustiere: 


Katzen bspw. haben - aber sowas von gar - nichts auf dem Becken zu suchen  


Perfekter Stellplatz:


Am besten ein ruhiges Nebenzimmer oder die Wohnzimmernische im Zweipersonenhaushalt, nur indirekte Tageslichtbeleuchtung, wenig Verkehr, weit weg von Türen, 120cm Aufstellhöhe, erzogene Kinder und Haustiere, nötigenfalls ermahnte Gäste, ...



Sonneneinstrahlung vermeiden


Üblicher Weise wird also empfohlen Becken so zu stellen, dass wenig bis keine direkte Sonneneinstrahlung erfolgt. Grundsätzlich ist das richtig, denn nicht zuletzt ist diese für kurzzeitige aber rapide Schwankungen der Wasserparameter verantwortlich. Dies gilt insbesondere für Becken mit Photosynthese betreibenden Pflanzen und gewollten Algenrasen an den Seitenscheiben. Alle Aquarien sind dann betroffen von der Wassererwärmung welcher die Zersetzungsprozesse, den Sauerstoffgehalt beeinflusst. Damit verlieren wir Kontrolle über die wesentlichsten Wasserparameter! Die oft zitierte Folge des weiter beschleunigten Algenwachstums ist dann keine rein ästhetische mehr, sondern treibt diesen Prozess noch an. Bedenken Sie, Freigewässer unter Sonneinstrahlung haben morgens oft einen um 2 Einheiten geringeren pH-Wert als abends. Verantwortlich dafür ist letztlich die Sonne!  



Beckendaten :


In Abhängigkeit der Fischarten sollte das Becken also geplant sein. Ist bereits ein Becken vorhanden, so sollte immer darauf geachtet werden, dass die Beckenmaße die Auswahl der Buntbarsche bereits eingrenzen. Dabei ist bei weitem nicht nur das "reine" Wasservolumen zu beachten.

 

So gibt es Gattungen, die eher hohe, solche, die eher längliche Becken und wiederum solche Gattungen, die eher große Bodenflächen und damit ein tiefes, breites Becken beanspruchen. Weiteres dazu: Steckbriefe

 

Die Art der Verklebung ist Geschmackssache. Vor- und Nachteile von wulst- und stoßverklebten Becken wiegen sich auf. Wulstverklebung gilt allgemein als handlichere und hübschere Variante. Zudem können offensichtlich Spannungen durch unregelmäßige Transport- und Standflächen besser ausgeglichen werden. Ganz sicher aber wirken die Silikonwülste aber so, dass sie die Kanten und Ecken der Glasscheiben schonen und Abbrüchen vorbeugen können. Ebenso ist davon auszugehen, dass die "Verrottung/Veralterung" des Silikons im Wasser, und damit das Eindringen von Algen in die Silikonmasse etc. bei Wulstverkelbung, über die Jahre, geringer sein wird. Stoßverklebung hingegen hat gleichmäßigere Klebeflächen an allen Kanten vorzuweisen, was wiederum für gleichmäßigere Spannungsverhältnisse sorgt. Beide Typen aber sind, bei sachgerechter Verarbeitung, lange haltbar. Sehr große und hohe Becken, die für eine dauerhafte Standzeit geplant werden sind deshalb oft wulstverklebt.     

 

Ostafrikabecken müssen, beispielsweise bei großen Natursteinaufbauten, oft einen recht hohen zusätzlichen Druck auf die Bodenplatte aushalten. Es ist dann empfehlenswert, eine stärkere Bodenplatte im Vergleich zu den Seitenscheiben einzuplanen und größere Steine auf Filterwatte od. Filterschaum respektive auf Styropor zu stellen und das dann direkt auf die starke Bodenplatte zu platzieren. Erst danach wird die Fläche mit Sand aufgefüllt. Standardbecken sind demnach auch nur bedingt geeignet. Alternativ und für jeden Geldbeutel, stehen jede Menge mehr oder weniger naturgetreu nachgebildete Kunstfelsen und Rückwände zur Verfügung. In diesem Fall benötigt man keine "teuren" Sonderbecken. Es ist aber letztlich immer besser, sich "sein" Becken beim Aquarienbauer seines Vertrauens herstellen zu lassen.

 

Alle Buntbarsche sind mehr oder weniger schreckhaft und beim fressen oft sehr gierig. Deshalb ist es jedenfalls empfehlenswert eine dichte Abdeckung oder Abdeckscheiben einzuplanen. Dies können auch dünne Plexiglasscheiben aus dem Baumarkt nebenan sein. Ansonsten laufen Sie immer Gefahr, eine unliebsame Überraschung am nächsten Morgen zu erleben ... 

 

Einrichtung :     

typisches Lamprologini-Becken


Je nach Gattung mehr oder weniger Steinaufbauten als Verstecke, zentrale Reviereinheit oder Brutplatz. Mit horizontalen Unterständen, Höhlen, senkrechten engen Spalten sowie Sand.


Kies widerstrebt dem allgemeinen Drang der Buntbarsche, sich ihre Umgebung durch "Bodenkauen" und "Bodenumbau" selbst zu schaffen.


Bei der "Menge, Art und Gestaltung" der Einrichtung ist auf die Anpassung der Fischart im natürlichen Lebensraum insbesondere Rücksicht zu nehmen.


Lamprologini benötigen sehr viele Aufbauten mit zig Höhlen, Spalten und Unterständen. Hier kann der gesamte Rückraum sowie die Seitenscheiben bis hin zur Wasseroberfläche zugebaut werden. Cyphotilapia, Tropheus, Cyprichchromis, Aulonocranus und Andere mehr hingegen legen sehr viel Wert auf freien Schwimmraum, weshalb die Einrichtung hier meist nur aus ein paar sehr großen "Brocken" Fels zur optischen Revierabgrenzung besteht. Sandcichliden der Gattung Xenotilapia und Enantiopus beispielsweise benötigen dagegen eine weitgehend steinfreie Sandbodenfläche, um dem bei der Nahrungssuche ständigen Sandkauen bzw. dem Bauen von Balzgruben Rechnung zu tragen. Schneckencichliden der Gattung Neolamprologus legen mehr Wert auf eine beträchtliche Anzahl an geeigneten Schneckenhäusern als Einrichtung über die gesamte oder zumindest einen größeren Teil der ganzen Bodenfläche. Ausnahme hier ist Neolamprologus ocellatus, der eher vereinzelte Schneckenhäuschen bevorzugt.   

Neolamprologus brichardi "bemba"

 

Pflanzen der Gattung Anubia sp. sind zwar geignet, aber im Tanganjikabecken eigentlich unangebracht. Im See selbst wachsen verschiedene Arten von "nützlichen" Algen und man sollte stets versuchen, die Hinter- und Seitenscheiben, Steinaufbauten nicht restlos von Algen zu befreien, sondern diese Algenrefugien pflegen und ihren Wert für das geschlossene "Mini-Ökosystem Aquarium" auch anerkennen.   
Grünalgenrasen dienen vielen ostafrikanischen Cichliden als Nährrasen, existieren in ihnen doch unzählige Mikroorganismen, welche den Großteil der eigentlichen Nahrung der herbivoren ( pflanzenfressenden ) Nahrungsspezialisten darstellen.

Doch Grünalgen können viel mehr! Mit der Zeit wachsen an den Scheiben und auf dem Substrat Algenrasen, welche aus einer Vielzahl verschiedener höherer Grünalgenarten bestehen können. Sie schaffen einen sichtundurchlässigen, gesunden, natürlich wirkenden Lebensraum und bilden selbst wieder Substrat für nützliche Filter-Bakterienstämme. Grünalgen entstehen meist etwas später und verdrängen dann die zuvor latent auftgetretenen Cyanobakterien ( Blaualgen; Achtung giftig! ). Wie höhere Wasserpflanzen sind sie, bedingt durch den Zellaufbau, in der Lage anfallende „Nährstoffe“ aus dem Eiweißabbau der Bakterien durch eigenen Stoffwechsel quasi weiter zu verbrauchen. Durch den Entzug von gelöstem CO2 bei der Photosynthese ( d.h. Nutzung von Lichtenergie, um damit Wasser sowie darin gelöstes CO2 in pflanzenphysiologisch verwertbare, vergleichsweise energiereichere, Kohlenhydrate ( Zucker ), also Nahrung umzuwandeln ) steigt auch in wünschenswerter Weise der pH-Wert und Sauerstoff wird als Ausscheidungsprodukt dem Aquarium zugeführt.



Beleuchtung :  ( vgl. Sonneinstrahlung weiter oben )


Diese Thema ist insbesondere in der Haltungsdiskussion über ostafrikanische Cichliden immer aktuell. Leider ist so, dass diese Tiere nur gemäßigtes und vor allem immer gerne indirektes Tageslicht bzw. indirekten Einfall des üblichen "künstlichen" Umgebungslichts mit ausreichendem Wohlbefinden quittieren. Zu bemerken ist dies an der sofortigen Nutzung des gesamten Beckenraumes und am gelösten, nicht schreckhaften, Verhalten, sobald einmal am Abend die über die allgemeine Raumbeleuchtung hinausgehende Kunstbeleuchtung über dem Becken gelöscht wird. Viele persönliche Versuche mit allen modernen und herkömmlichen Beleuchtungstechniken von oben, von der Seite oder von hinten brachten mir weit weniger gute Ergebnisse als diese einfache Passivbeleuchtung. Auch die moderne LED-Beleuchtung mit einstellbarer Stärke oder das Beschränken auf LED-Blaulicht ändert daran nichts. Sie fühlen sich nicht restlos wohl! Natürlich ist es möglich, die Tiere bis zu einem bestimmten Maß an Kunstlicht zu gewöhnen, trotzdem ist das alles letztlich nur als suboptimal zu bezeichnen. Besonders negativ wirken sich da einfach oben direkt aufgelegte Lampen aus. Die Fische müssen sich dabei wohl letztlich so fühlen, als würden sie ständig, bspw. bei LED von oben, durch zig gierige Raubfischaugen anvisiert.


Der Aquarianer möchte aber auch gerne seine ästhetischen Bedürfnisse erfüllt wissen. Also, was kann man tun?


Es gibt einen Kompromiss: Akzeptable Ergebnisse in Cichlidenaquarien erzielt man mit einer mindestens 50 cm, besser 100 cm, über dem Becken hängenden, plazierten gedämpften Umgebungsbeleuchtung, welche nur unter anderem auch das Becken erhellt. Natürlich keinesfalls HQI oder HQL. Wird diese sanfte Beleuchtung nur angeschaltet, wenn man, bspw. am Abend, länger im Raum ist und lässt man ansonsten diese Lampen aus, macht man schon vieles richtig in der Cichlidenhaltung!    



Becken führen :


Einlaufen lassen


Immer wieder mal erhalte ich Anfragen/Bestellungen mit folgendem Inhalt:


"... Es eilt nicht, mein Becken soll noch 2-4 Wochen einlaufen, damit auch die Wasserparameter stimmen. Ein Wels ist auch schon drin ..."


Nun, "eingelaufen" ist ein Becken erst dann, wenn darin genügend mikrobiotisches Leben durch Stoffwechselaktivität enstanden ist. Das Einlaufen ohne Leben und dessen Stoffwechsel findet de facto noch gar nicht statt.


Selbst das Anfüttern latent vorhandener Nitrifikationsbakterien ( vgl. unten ) mit Milch oder Fischfutter bzw. das Nutzen und "füttern" eingefahrenen Filtermaterials ist in diesem Kontext als nur suboptimal zu bezeichnen, da nicht, und wenn, dann nur rein zufällig, auf die Fischmenge, welche später das Becken bevölkert, abgestimmt.


Mit anderen Worten: Es schützt Sie keinesfalls vor einem Nitritpeak, wenn Sie ein Becken wochenlang mehr oder weniger ohne "Insassen" ( ein, zwei Welse und eine Apfelschnecke spielen da keine Rolle! ) einfahren lassen. Allenfalls entsteht ein Gasaustausch und/oder es setzen sich Schadstoffe, Schwebstoffe, je nach Strömung, nach unten oder nach sonstwo ab. Mehr passiert unter diesen Bedingungen eigentlich nicht. 


Sie müssen also, ohne Besatz, durch "künstliche" Anreicherung der Umgebung mit Stickstoffverbindungen, Stoffwechselprodukten, einen Nitritpeak extra provozieren, damit nützliche Bakterien ünerhaupt erst ausreichend wachsen können. Sind diese nämlich einmal in ausreichender Menge vorhanden sorgen sie zuverlässig für die Umwandlung der o.g. Stoffe in relativ harmloses Nitrat. Dazu müssen Sie im Anschluß die Bakterien aber auch weiterhin ausreichend füttern - vor allem dann, wenn Sie "immernoch" keine Fische einsetzen wollen .... wegen des Einfahrens ;) ... .


Das "echte" Einlaufen wird also nur verzögert, bis die Tiere eingesetzt werden.


Jetzt, nach 3-6 Wochen, wird endlich eingesetzt! Dann aber kommt es rasant zu einem Belastungsgrad mit organischem Material, der harmloses Ammonium, giftiges Ammoniak ( je nach pH in unterschiedlichen Konzentrationen; vgl. Krause ) und daraus wiederum Nitrit entstehen lässt. Erst diese Stoffe sorgen ja aber für Wachstum von nützlichen Bakterienstämmen, im Filtersubstrat und im ganzen Becken. Sie sind quasi als Energielieferanten/eigentliches Futtermittel der Bakterien zu verstehen. Das dabei auch einige Cyanobakterienkulturen, gemeinhin als Blaualgen verstanden, entstehen, ist normal. Diese werden später durch Grünalgen ersetzt. Nun heißt es, das Wasser und vor allem die Tiere täglich zu kontrollieren und mit der Fütterung der Tiere sorgsam und langsam zu beginnen, damit die Bakterien Zeit haben, sich allmählich, und unter langsam zunehmender Futtermenge, Kot, Urin, Atmungsgase etc. selbst auch langsam zu vermehren. Erst jetzt sind sie in der Lage die anfallenden Schadstoffmengen auch vollständig umzuwandeln. Es dauert dann so nochmals ca. 2-3 Wochen bis schliesslich das Verhältnis von der bis dahin angewachsener Bakterienmenge und den von Anfang an anfallenden organischen Stoffen "ausgeglichen" ist. Nun ist der Filtereffekt ausreichend und beispielsweise auch kein Nitrit in mit aquaristischen Mitteln messbarer Konzentration mehr erwartbar.


Ergo: Tierausscheidungen, Futtermengen und Baktierienmengen, werden im Aquarium allmählich, über Wochen, vorsichtig und kontrolliert begleitend in ein Gleichgewicht gebracht, und zwar erst dann, wenn der Besatz auch im Becken ist.


Und nur dies bedeutet schliesslich

=> effektives Einlaufen, Einfahren ...


Einsetzen neuer Fische



Oftmals können, trotz vorzüglich eingestellter Gesamtbedingungen, die neuen Tiere nicht sofort oder nicht in kürzester Zeit die hohen Erwartungen ihrer Halter an Verhalten und Farbgebung erfüllen. Hierbei unterschätzen viele Aquarianer leider, dass auch Zierfische Lebewesen sind, welche Gefühle, Empfindungen, Instinkte verspüren, die sie letztlich steuern. Bei relativ hoch entwickelten Buntbarschen gilt das vielleicht noch eher als bei Barben, Welsen, Salmlern, Lebendgebärenden und anderen. Erwarten Sie also nicht zu viel zu schnell !


Der Prozess des Fangens, Transportierens und Umsetzens alleine stresst die Tiere bereits erheblich. Die Veränderung der Beckenverhältnisse, der gewohnten Umgebung, der Wasserwerte, des Futters, des Tagesrhythmusses, der Temperaturen, der Lichtverhältnisse und die Konfrontation mit neuen Mitinsassen und Haltern sowie deren Haustieren bspw. stellt aber zudem noch einen wirklich erheblichen Eingriff in das bisherige Leben der relativ intelligenten Tiere dar.


Gehen Sie deshalb davon aus, dass es Wochen dauern kann, bis die Tiere sich einigermaßen gelöst zeigen werden und ihre neue Umgebung zu akzeptieren lernen! Dies gilt vor allem für neu eingerichtete Becken, wenn es sich bei den Tieren um den ersten Besatz handelt oder wenn nur sehr wenige Beifische im Becken bereits eingewöhnt schwimmen. Die Unsicherheit wird dann lange überwiegen. Das kann auch schon mal Monate dauern.


Was könnten Sie tun um diesen Prozess zu beschleunigen?


Versuchen Sie die Bedingungen aus der früheren Haltung so gut wie möglich zu kopieren. Natürlich nur dann, wenn diese auch geeignet waren. Sprechen Sie dafür zuvor mit dem Abgeber, Züchter.  V.a. die Anpassung der Bedingungen hinsichtlich Futter, Temperaturen, Licht, Lautstärke, Vibrationen, Wasserwerte, Bewegung vor dem Becken etc. fallen da sofort ins Gewicht. 


Was wäre jetzt falsch?


Sollten die Tiere sich auch nach Wochen noch eher zurückziehen und "klemmen" so unterlassen Sie es sich den Kopf zu zerbrechen und alle möglichen Veränderungen vorzunehmen. Das macht alles normaler Weise nur noch schlimmer. ( vgl. oben )


Also bewahren Sie Ruhe und Geduld stellen Sie die angesprochenen Konditionen richtig ein und freuen Sie sich ansonsten einfach auch über kleine Fortschritte!



Buntbarsche einkaufen


Damit Sie aber gesunde, artkorrekte und agile Tiere einsetzen können, sollten Sie vor dem Einkauf so einiges beachten. Sehen Sie sich die No`s und Go`s an.



No`s:


Um es kurz zu machen: Dazu gehöhren Zoomärkte und Zoogeschäfte, Börsen natürlich, und genauso Tiere von Laien-Privat-Haltern mit recht kleinen Wohnzimmeraquarien.


Sehr sehr oft leiderkennen diese Organisationen, Menschen nicht mal die korrekten Namen Ihrer Schützlinge kennen und man kann deshalb annehmen, dass sie sich keineswegs ausreichend mit der Materie, geschweige denn mit der Haltung, beschäftigt haben. Diese Halter sind restlos überfordert mit Nachwuchs, haben (gewollt oder ungewollt) wenig Ahnung von der richtigen Aufzucht, der Arbeitsintensität etc. oder halten Fische als einfache dekorative Möbeleinheit im Wohnzimmer oder Arbeitszimmer und sind mehr an der Technik interessiert als an den Tieren. Ob Sie hier wirklich die erhofften Tiere erhalten ist fraglich und wenn ja, dann wohl eher rein zufällig. Oftmals sind es hier auch Mischlinge. Im Internet werden solche armen Wesen für ein paar € verscherbelt. Das hat seine Gründe!


Einzelne Fischverkaufs-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter in Zoomärkten und Zoogeschäften weisen, trotz gesetzlich vorgeschriebenen Ausweises der persönlichen Expertise durch das Tierschutzgesetz ( § 11 ), die selben erheblichen  Probleme auf und wissen sehr oft ebenfalls nicht wirklich Bescheid über die Ökologie angebotener Arten und schon gar nicht über jene der vielen Unterarten und Fanggebiete aus Afrika, Amerika und Asien. Ebensowenig über die korrekte "künstliche" Haltung etc. . Zu guter letzt werden dort häufig Tiere unter falschem Namen angeboten - nicht aus Böswilligkeit sondern eben aus purer Unkenntnis.


Börsenverkäufe sind reine Tierquälerei. Auch hier werden Tiere einfach nur verramscht ... Hautptsache weg! Viele Börsenordnungen schreiben gar, um den kommenden Besuch gleich mit zu sichern, vor, dass Tiere zu herrschenden Marktpreisen - also zu Internet-Billig-Ramschpreisen - angeboten werden müssen. Unglaublich! ( ... ) " Diese Tierchen sind oft derart gestresst, dass sie spätestens ein paar Tage nach Einkauf von der Börse bei mir eingehen " .. so höre ich es von Besuchern oder Interessenten immer wieder ...




und


Go`s:


Was bleibt übrig ?


Importeure:  Echte Kenner beziehen "teure" Wildfänge oder F1 bspw. als Zuchttiere von ausgesuchten Experten in Deutschland, von denen es gerade mal eine Handvoll gibt! Diese Leute betreiben eigene Fangstationen an den Seen und importieren regelmäßig gesunde Wildfänge aus bekannten Fanggebieten. Sie publizieren in Fachzeitschriften privat und kommerziell und unternehmen viele Fachreisen. Die Expertise ist herausragend.


Spezialiserte gewerbetreibende Ostafrika-Händler-Züchter: Die beziehen Ihre Wildfänge oder auch Zuchtlinien ausschliesslich von bekannten Importeuren oder hervorragenden Züchtern. Auch hier kann man sich ziemlich sicher sein.


Private Qualitätszüchter:  Wie die Händler "arbeiten" diese oft seit vielen Jahrzehnten mit ausgesuchten Wildfängen und Zuchtinien. Die Haltungsprofessionalität und damit die Qualität der Nachzuchten ist auch hier im allgemeinen sehr hoch. Hier ist es sogar so, dass die Züchter ihre einzelnen Tiere bis hin zu deren Charakterzügen kennen und entprechende individuelle Empfehlungen bei der Abgabe aussprechen können. Organisiert sind diese sehr oft in den beiden großen deutschen Aquarienvereinen. Sie publizieren in Fachzeitschriften privat und unternehmen ebenfalls Fachreisen. Die Expertise ist auch hier herausragend.


Für alle drei Arten von seriösen Bezugsquellen gilt aber, dass die Tiere nicht für "nen appel und nen ei" zu erstehen sind. Zu Recht !


Da diese oft weit verstreut im Bundesgebiet tätig sind bleibt sehr oft nur ein Versand.


Kein Problem ... wenn einiges beachtet wird! 


Fernkauf und Versand sind und bleiben aber reine Vertrauenssache!


Vgl. Seite: "Anfragen/Richtlinien/Versand"



Worauf sollten Sie konkret bei der Ansicht der Tiere achten, wenn Sie Gelegenheit haben diese selbst abzuholen?


1.) Ist das Auge verhältnismäßig zu groß handelt es sich um ein im Wachstum zurückgebliebens Jungtier oder um ein extrem altes Tier. Hier bedarf es einiger Erfahrung!


2.) Hohlbauch ist ein "no Go"


3.) Messerrücken, dreieckiger Rücken ebenso


4.) Kiemenfehler, Abstehende Kiemen


5.) Untypische Körperformen


6.) Für das angegebene Alter zu große oder zu kleine Tiere


7.) Übertriebene Lethargie oder Ängstlichkeit


8.) Heftige Atmung


9.) Dünne lange klebende Kotfäden, egal welcher Farbe!


10.) Angelegte oder faserige, gerissene Flossen


11.) Arttypische Farben, Formen


12.) Zusammensetzung, Besatz, Gesamtkondition der Abgabe-Becken


13.) Farbe und Geruch des Wassers dort



Übrigens: Vergessen Sie Internetbilder zum Zwecke der Ermittlung, ob die Attraktivität des Tiere für Sie ausreicht! Das ist totaler Blödsinn, die Tiere werden dort in Momentaufnahmen abgelichtet. Würde der Fotograf dies an einem Tag 10 Mal in einstündigen Abständen wiederholen, so erhielte man 10 unterschiedliche stimmungsabhängige Formen, Farben, Belichtungen und so 10 unterschiedliche Eindrücke des selben Tieres! Dies ersetzt also keinesfalls das reale bewegte Bild eines Tieres vor dem Aquarium über Minuten hinweg, ja nicht einmal ein erster Eindruck ist so zu gewinnen. Allenfalls Art, ggfs. Unterart, Fanggebiet und Gesundheitszustand sind so ablesbar aber nicht Attraktivität und Vitalität.


Übrigens! In fast jedem Abgabegespräch ist es für die Erwerber von zentralem Interesse zu wissen, wie viele Männchen und Weibchen sie erhalten werden, wenn bspw. 3 Jungtiere erstanden werden sollen.


Die allgemeine Antwort der Abgeber wird sein: " Bei drei Tieren haben Sie fast sicher beide Geschlechter dabei ... " .


Aber stimmt das auch so ?


Nun ja, da gibt es mathematische Hilfsmittel der Stochastik aus Klasse 7-9 ... und für Fortgeschrittene auch verdichtende Formeln. Für unsere Zwecke reicht aber das einfacherere Verfahren meist aus.


Beispiel:


Ein Käufer möchte gerne 3 monomorphe Altolamprologus compressiceps der Größe 2-3 cm kaufen. Die Natur sorgt statistisch bei den meisten Arten für ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis. Haben wir also eine Grundmasse von 50 Tieren aus einem Wurf zur Auswahl und gehen wir davon aus, dass 50% davon je Männchen und Weibchen vorhanden sind ( was natürlich nur statistisch stimmt ) dann rechnen wir:




 

P (m,w,w) Wahrscheinlichkeit 1 M und 2 W zu fangen


Erklärung:


Wir betrachten zunächst nur den oberen Ast und dabei den Pfad ganz oben P(w,w,w), und möchten gerne wissen, mit welcher Wahrscheinlichkeit 3 W ausgesucht/gefangen werden.  Voraussetzung: Es sind 50 Tiere vorhanden und die Geschlechter sind gleichverteilt.


Für das erste Tier ergibt sich eine Wahrs. von 25/50, denn es sind 25 W vorhanden in einer Grundmasse von 50 Tieren. Für das zweite auszusuchende Tier gilt nun anderes. Es sind noch 49 Tiere vorhanden. Für den Fall, dass wir beim ersten Zug tatsächlich ein W erwischt haben gilt, dass noch weitere 24 W vorhanden sind. Hier beträgt die Sicherheit für ein zweites Weibchen also 24 aus 49 bzw. 24/49. Nun möchten wir wissen, wie hoch die Wahrs. ist ein drittes W zu fangen. Sie ist 23/48. Analoges gilt für alle Pfade und alle Pfadkombinationen mit W und M.


Wie wahrscheinlich ist es also einen Fang mit 3 Weibchen ( und eben keinem Männchen ) zu landen?


Ganz einfach: Nach der Produktregel müssen alle Pfade mit je 3 Einzelwahrs. multipliziert werden, die diese Vorschrift erfüllen können. Hier gibt es nur einen solchen Pfad:  ( Rundungsdifferenzen! ) :   


P ( w,w,w ) = 25/50 * 24/49 * 23/48 = 13800/117600 ca. 0,117 ca. 11,7 %.


Wir wissen, wegen der Gleichverteilung, dass das selbe für die Wahrs. gilt, drei M zu fangen. Also auch 11,7% 


Mit welcher Wahrs. haben wir also nur gleichgeschlechtliche Tiere? 


Summenregel:


P (m,m,m // w,w,w ) Ca. :    11,7% + 11,7% = 23,4 %


Weiter wissen wir, dass die Summe aller Wahrs. 100% oder dezimal 1 beträgt.


Mit welcher Wahrscheinlichkeit haben wir also zumindest beide Geschlechter gefangen?


P ( mi,wi)  Ca. :    100 - 23,4 =  76,6


Also zu 76,6 % Sicherheit haben wir beide Geschlechter im Fischbeutel.


Aber mit welcher Wahrs. erfolgt nun das Idealergebnis P (m,w,w), also in Aquarianersprache das gesuchte Verhältnis 1/2 nach 3 Fangversuchen aus 50 ?


In der Beantwortung dieser Frage müssen alle Pfade gesucht und berechnet sowie summiert werden, die diese Vorschrift erfüllen können:


1. Pfad (w,w,m): 25/50 * 24/49 * 25/48 =  15000/117600 = ca. 0,127 ca. 12,7 %

2. Pfad (w,m,w):  25/50 * 25/49 * 24/48 =  15000/117600 = ca. 0,127 ca 12,7 %

3. Pfad (m,w,w): 25/50 * 25/49 * 24/48 = 12,7 %


Es gibt keinen 4. Pfad, der die Vorschrift nach den ersten 3 Versuchen erfüllt! Schauen Sie oben nach ...


P (w,w,m) =  3 * 12,7 ca. = 38,1 % ca.


Damit aber auch:


P (m,m,w) = 38,1 % ca.


Sollten Sie andere, kompliziertere, Fragen an diese Grundgesamtheit " 50 Jungfische" bezüglich der Wahrscheinlichkeiten stellen als die beschreibene, bspw. :


... mit welcher Wahrscheinlichkeit sind im Wurf "weniger, mehr als, genau, zwischen, ..." 20 oder x - 20 Weibchen aus 50 Jungfischen bei einem Erwartungswert  ( 25 Weibchen, also 50% ) der Gleichverteilung der Geschlechter vorhanden ...


ist es besser mit der Bernoulli-Gleichung bzw. Binomialverteilung ( B (n,p,k) )  weiter zu rechnen, zu verfahren. Dies deshalb weil, eine Baumstruktur, wie oben, hier zig Verästerungen und Pfade hätte ... Die Gleichung formuliert da einfach verdichtete Rechenschritte, geht im Prinzip aber genauso vor. Wer hier Werte berechnen möchte bspw. aus seiner Zucht und Hilfe sucht, meldet sich einfach kurz gerne bei mir!


Aber zurück zur Praxis:


Wem diese Sicherheiten beim Kauf beider Geschlechter noch zu gering sind, der sollte eben dann mindestens 6-10 Jungtiere erstehen oder warten, bis sich die Tiere differenzierbar entwickelt haben.  ...


Wasser der ostafrikanischen Seen als Lebensraum


Das Wasser der Grabenseen ist sehr warm, sauber, hart und alkalisch, weitestgehend pflanzenlos sowie in Ufernähe fels- und geröllreich. Die Tiere in den Seen haben sich seit Jahrzehntausenden, also in relativ kurzer Zeit, an diese Bedingungen angepasst. D.h. sie haben ihren Körperaufbau, ihre Körperfunktionen derart umgestaltet, dass im vorliegenden Milieu nachhaltig Populationen entstehen und sich fortpflanzen konnten.


Es ist deshalb die erste Pflicht eines Aquarianers zu versuchen, diese Bedingungen der natürlichen Habitate so gut wie möglich zu übernehmen. Warum ?


Ein Beispiel: Die Körperzellen der Cichliden, somit auch ihre Eizellen und Spermien sind, bedingt durch den Salzgehalt der Seen an permanent anliegende

he osmotische Zelldrücke angepasst. Spermien können darin überleben und Eizellen können sich so gut entwicklen, da kein Ausgleich durch die Zellmembran stattfinden muss. Anliegende Zell-Innen- und Zell-Aussendrücke sind quasi identisch. Die Zelle hat "Ruhe"! Probleme entstehen, wenn der so angepasste Fischkörper, Eikörper in ungewohnte Lösungen ( Wässer ) gesetzt wird!


Bekannter ist dieses Phänomen unter Diskuszüchtern, die wissen, dass z.B. Eier bei Anliegen eines unangepassten osmotischen Druckes auf Eimembranen, trotz erfolgreicher Befruchtung, dann weiß werden und absterben. Zu hoher Druck ( hoher Salgehalt ) des Umgebungswassers zieht Wasser aus der evolutionsbedingt salzarmen Eizelle bis der Druck ausgeglichen ist. Ist die Eizelle hingegen salzreich und das umliegende Wasser salzarm wird Wasser in die Eizelle hinein "gezogen". In beiden Fällen stirbt der Embryo. (Vgl. Geisler)


Es ist nun davon auszugehen, wenn auch in keinerlei Literatur ausgewiesen, dass auch die anderen Körperzellen in negativer Weise auf diese Druckunterschiede reagieren könnten. Dies bleibt offen und zu untersuchen!


Das Osmose natürlich für Fische in allen Gewässertypen und Klimazonen gilt, nun ... das liegt auf der Hand.

 


Wasserpflege  ( vgl. Punkte a-e ) :


Ein Wort zur Wasserqualität. Pauschale Angaben im Internet oder in Büchern, über die Menge und Häufigkeit von Wasserwechseln, sind wenig zielführend.

Je nach Ausgangswasser, Beckenwassers vor Ort sind Schritte nötig, um die Qualität des lokalen Leitungswassers, Beckenwassers nachhaltig positiv zu beeinflussen. Denn viele Leitungswässer sind bspw. bereits mit einem Nitratwert von 20-30 mg/l bzw. Pestiziden, Antibiotika, Rückstände der Rohrleitungen etc. belastet und eigenen sich so als Tauschwasser noch wenig zur Verbesserung des Lebensraumes unserer Pfleglinge.  

 

Regenwasser, Teichwasser ist grundsätzlich ungeeignet! Ein gutes Leitungswasser weist maximal 10mg Nitrat je l Wasser auf. Weiter ist auf die Zusammensetzung des Leitungswassers zu achten. 


Ist dieses letztlich aber geeignet, gilt folgender Grundsatz: 


Der beste Filter ist und bleibt der große Wasserwechsel von rund 30% - 50% bei normalen Hälterungsbedingungen und mittlerer Besatzdichte je Woche.

 

a - Aufbereitung und Wasserchemie


Eine Aufbereitung des in Deutschland gewöhnlich mittelharten bis harten Leitungswassers ist eigentlich unnötig. Notwendig werden Schritte nur, wenn das Wechselwasser ungeeignete pH-Werte oder unter 6 dh "temporäre" ( sich verbrauchende ) Karbonathärte (KH oder besser SBV (Säurebindungsvermögen; vgl. unten )) aufweist und/oder zeitweise Belastungen und/oder falsche Wasserwechsel- Filter- und Futter-, bzw. Besatzbedingungen es erfordern. Aus letzteren entsteht die Gefahr eines Säuresturzes, da die vorhandene Karbonathärte im Laufe der Zeit - und in Abhängikeit von Fischanzahl und Futtermenge -  mehr oder weniger rasch verbraucht wird und der pH-Wert dadurch ungepuffert absinken kann. pH-Werte unter 5 sind für ostafrikanische Buntbarsche lebensgefählich. Augentrübungen bis hin zum Verlust eines Auges und Flossenklemmen, Schütteln etc. sind erste Warnzeichen.


Merke:  Die KH wirkt als wichtigster pH-Puffer bei unerwünschten chemischen Reaktionen, Einträgen im/ins Aquariumwasser. D.h. in erster Linie, sie schützt vor einem Säuresturz. Dabei gilt grundsätzlich und in gewissen Grenzen ( vgl. unten ) , je höher die KH, also die SBV, desto mehr Puffer liegt vor ...


SBV bezeichnet dabei in ml einer 0,1 mmol/l Salzsäure ( vgl. unten ), die verbraucht wird, um 1/10 l reines Wasser bis zu einem pH-Wert 4,3 schrittweise zu "titrieren" ( unter Einsatz des eigens angemischten Spezial-Indikators bis zum Farbumschlag "rot" bei pH 4,3. Die Zahl der Tropfen bis zum Umschlag ergibt grob wieder die KH ). SBV wird daher in mmol/l, meq/l (Millimoläquivalent pro l) oder mg CaCO3/l (Calciumkarbonat / l ) angegeben. SBV in mmol/l x 2,8 in Zahlen ergibt dann wieder den in der Aquaristik verwendeten KH-Begriff.



Ionen - geladene Teilchen


Aufbereitung im Aquarium bedeutet letztlich die gewünschte Beeinflussung der Ionen-Verhältnisse. Was ist ein Ion? Nun, es gibt positiv ( elektrisch ) geladene Ionen und negativ geladene Ionen. Sie sind "ehemalige" Elemente ( PSE; Periodensystem! ) bzw. Moleküle in denen das Gleichgewicht aus Protonen (+) und Elektronen (-) ins Ungleichgewicht "geraten ist". Ihre Neigung ( Energie und Anzahl ) dann Elektronen abzugeben oder aufzunehmen hängt letztlich davon ab, welchen Zustand wir in der äußersten Elektronenhülle des betroffenen Elementes finden. Hinweise darauf wiederum ergeben sich aus der Stellung in den Gruppen des Periodensystems der Elemente; PSE. Jedes Element dort strebt dabei an, zu einem irreversiblen Zustand zu kommen. Man spricht dann von Edelgaskonfiguration. Edelgase reagieren unter normalen Umständen nicht ( so leicht ) mit anderen Elementen, Stoffen.


Die Namen "Kation" und "Anion" sind leztlich definiert aus der Eigenschaft gemäß ihrer Ladungszustände zu in Lösungen eingetauchten und polarisierten An -oder oder Katoden zu wandern, um einen Stromkreis über ein Medium zu schliessen. ( Medium->Wasser - Elektrolyse ). Dabei sind Metalle grundsätzlich positiv geladen und Nichtmetalle negativ.


Kationen (+) entstehen aus Atomen oder Molekülen durch Abgabe von Elektronen e- oder Aufnahme von Wasserstoff-Ionen ( 1 Proton ) H+.


Anionen ( -) entstehen  aus Atomen oder Molekülen durch Aufnahme von Elektronen e-.  


Salze


Bilden anorganische und organische Stoffe nun Ionen ( Metalle mit Nichtmetallen; (bspw. NaCl; Kochsalz )) und binden diese sich durch elektrostatische Anziehung also Ionenbindungen aneinander entsteht eine feste kristalline Struktur - > Salze mit positiven und negativen Ladungspolen.


Lösung von Salzen in Wasser


Durch Hydratation "sprengt" Wasser als Dipolmolekül bei Erreichen der kritischen Energie ( Hydratationsenergie=Gitterenergie ) die kristalline Form der Salze und bildet eine Hydrathülle ( Wasserhülle ) um die losgebrochenen Ionen herum, und dies teils in mehreren Schichten, die nun so frei in Lösung "schwimmen". Wie gut sich ein Stoff löst, nun das ist abhängig von der Ladung und Größe der Ionenkerne. Dies passiert solange, bis die Gitterenergie vollständig durchbrochen und das "Salz-Material" gelöst ist. -> Dissoziation.


Zum pH-Wert 


( pH -> potentia oder pondus Hydrogenii = pH ~ konzentrierte Kraft der Hydrogenkationen H+ ( H = Wasserstoff ) in einer Lösung ) ( deutsch = Kraft des Wasserstoffs )


Bei  25°C liegen in reinem Wasser  ( 1 / 10 hoch 7 ) 10 hoch -7 mol/l H3O+ - Ionen und  10 hoch -7  mol/l OH- -Ionen vor. Der pH-Wert beträgt 7. Das Ionenprodukt beträgt 10 hoch -7 * 10 hoch -7 = 10 hoch -14 mol²/l². Die Abgabe und Aufnahme von Hydronen (Protonen H+) erfolgt unter gleichen Bedingungen quasi permanent hin und her, was letztlich zu einer dynamischen Gleichgewichtsreaktion im Wasser führt, in der, zeitlich messbar, keine freien H+-Teilchen mehr vorliegen und das Ionenprodukt stets erreicht wird. Die Erhöhung der Konzentration von Säure bedingt eine Senkung der Konzentration der Base bis das Produkt 1 / 10 hoch 14 wieder erreicht ist. Die Autoprotolyse des reinen Wassers sorgt für ein Gleichgewicht bei 7. Dabei bedeutet die Senkung oder Erhöhung des Ionen-Verhältnisses von beispielsweise pH=8 auf 7 resp. 9 eine Erhöhung der Säure um den Faktor 10 oder Erhöhung der Base um den Faktor 10.


Beispiel:

                                                       H+

Wassermolekül + Wassermolekül   -->  Hydroniumkation + Hydroxidanion (

                                                      <-- 

               H2O + H2O                                          H3O+ + OH-


Der pH-Wert ist einfach der negative dekadische Logarithmus der H3O+ - Ionen-Konzentration: pH = - log c H3O+ (also einfach der Exponent mit umgekehrtem Vorzeichen; hier eben +7) Er gibt an, wie sauer oder basisch eine Lösung ist, oder ob sie neutral ist: pH 0: extrem sauer, pH 7: neutral,  pH 14: extrem basisch. ( vgl. www.chemienet.info/7-ph.)


Beispiel:


Enthält eine wässrige Lösung 0,1 mol HCl ( ca. 3,65 g /l  .. bei einer definierten Molmasse von 1 mol = ca. 36,5 g * mol hoch -1 ) pro Liter in ansonsten quasi reinem Wasser, so bedeutet das: (HCL ist eine starke Säure -> vollständige Dissoziation vorausgesetzt):


0,1 mol H3O+ pro Liter = 10 hoch -1 mol H3O+ pro Liter  => pH-Wert (-log 10 hoch -1) der Lösung beträgt ca. +1 !


... denn pH = 1 folgt aus der  Konzentration c von 0,1 mol HCL = 1/10 hoch 1 = 10 hoch -1 mol je Liter.


Die Berechnung des pH-Wertes bei schwachen Säuren/Basen verläuft meist über Umwege.


pH-Werte von starken und schwachen Laugen berechnet man analog. Analog zum pH-Wert kann auch ein pOH-Wert berechnet werden, der ja nur die andere, also basische Seite der "Ionen-Medaille" im Wasser wiederspiegelt!. Beides kann hier nicht vertieft werden.


Konstante Zustände finden wir in der Aquarienpraxis kleiner geschlossener Kreisläufe aber nicht ! Deshalb haben wir wegen unterschiedlicher Konzentrationen, Anreicherungen von gelösten, freien Ionen, Stoffen u.a. permanent veränderte pH-Werte vorliegen. Messen und Steuern!


Zu saures ( pH < 7,5 ) und weiches Leitungswasser ( KH < 6 dh; GH < 8 dh ) sollte in Ostafrikabecken vermieden werden. Die GH muss dann durch Zusätze ( Calcium- und Magnesium-Verbindungen ) erhöht und das Wasser so auch alkalischer gemacht werden. Ist die GH aber schon recht hoch und soll nur die KH erhöht werden kann überall günstig erhältliches, reines Natron ( Natriumhydrogenkarbonat ) zugesetzt werden bis die KH ca. 75% der GH ( Gesamthärte ) ausmacht. Messen!! Dosierung, siehe unten ... 

 

Ist dies erreicht und soll die Karbonathärte weiter erhöht werden, so sollte die GH insgesamt ( vgl. Krause ) erhöht werden, um keine anderen negativen Folgen zu provozieren. Beispielsweise unkontrollierter pH-Anstieg bei ungünstigen CO2-Verhältnissen etc.


Das Verhältnis von pH zu KH zu CO2 ist berühmt-berüchtigt. Eine einfache Formel liefert näherungsweise Lösungen:


3 * KH * 10 hoch ( 7- pH ) = c CO2 


Bsp.:


KH 8

pH 7,2

c CO2 = ?


3 * 8 * 10 hoch ( 7-7,2 ) = c mg/l CO2


24 * 1/10 hoch 0,2 = c mg/l CO2


24 * 0,630957 =  15,14298 mg/l CO2


Durch Umformen, bspw. logarithmieren wenn der pH-Wert gesucht würde, der Gleichung liesse sich jede andere Unbekannte ebenfalls recht einfach berechnen.



Säurebindungsvermögen (SBV)


Durch ständigen Gasaustausch löst sich im Aquariumwasser CO2. Ein sehr geringer Teil des gelösten CO2 geht in Kohlensäure über. H2CO3. Der pH-Wert sinkt! Die Kohlensäure dissoziiert weiter in mehreren Stufen. Die Zerfallsprodukte reagieren mit in der Umgebung vorhandenen Erdalkalis wie Ca, Mg und anderen. Sie bilden wasserlösliche Hydrogencarbonate, beispielsweise Ca(HCO3)2. Diese bilden in Summe die KH. Ändert sich nun die Konzentration des gelösten CO2 im Aquariumwasser, so ändert sich auch die KH. Ist zu wenig gelöstes CO2 vorhanden so zerfällt Ca(HCO3)2 teils zu   Kalziumcarbonat (Kalk) CaCO3. Kalk liegt im Wasser nicht gelöst vor und "fällt" als Härtebildner "aus", sinkt zu Boden. Kesselstein entsteht!  Wird dann aber CO2 wieder hinzugefügt, und liegen gleichzeitig genügend Härtebildner, also Ca und Mg noch vor oder werden ebenfalls hinzugefügt, so bildet sich wieder Ca(HCO3)2, also KH. pH-Wert steigt wieder! vgl. oben.


In sehr sauren Wässern liegt quasi alles CO2 in gelöster Form vor. In sehr alkalischen ist quasi alles CO2 gebunden. 


Je mehr Hydrogencarbonate im Aquariumwasser gelöst sind desto mehr H+-Ionen entstehender Säuren können gebunden ( unschädlich gemacht ) werden. Ergebnis: Stabiler pH-Wert.

 

Das im Tanganjikasee die KH scheinbar höher ist als die GH ist zuallererst ein messtechnsiches Phänomen, da in der Realität niemals die KH größer sein kann als die GH. Diese Messergebnisse sind eine absolute Ausnahme in Fischgewässern und das liegt am vergleichsweisen Mehrgehalt an Mineralien und Stoffen, gelöst im Wasser, und verursacht durch plattentektonische, vulkanische Aktivität im ostafrikansichen Graben. Darunter z.B. auch Natrium  (Na+), welche bei der herkömmlichen Messung in der Aquaristik einfach nicht erfasst werden können. Dies ist auch der Grund, warum der pH-Wert im Tanganjikasse höher ist als im Malawisee, dessen Salzkonzentration etwas geringer ist. Es bildet sich im Tanganjikasse neben Kalciumhydrogencarbonat eben auch Natriumhydrogencarbonat, weshalb man auf von Soda- bzw. Natron-Seen im ostafrikanischen Graben spricht. Im Ergebnis misst man dann ggf. GH = 12 und KH = 13. Die Differenz bedeutet, dass ausser Calciumhydgrogencarbonat auch andere Hydrogencarbonate vorliegen. Neben Na+ können dafür also auch andere Nicht-Erdalkalis wie beipsielsweise Kalium K+ verantwortlich sein. Aber mit der GH misst man ja gerade "nur" den Gehalt der Erdalkalis, v.a. Ca2+ und Mg2+. D.h. Na-Verbindungen werden letztlich von der GH-Messung "simply" nicht erfasst und die KH erscheint eben dann damit einfach höher als die GH.


Eine Besonderheit ist also, dass im Tanganjikasee kein Standard-Ionenverhältnis

( statistische Mittelwerte der häufigsten Ionenverteilungen in allen gemessenen Süss-Gewässern;(vgl. Krause) ) für typische Süssgewässer vorliegt. Beispielsweise enthält er, wie beschrieben, einen erhöhten Anteil an Natriumkationen ( Na+). In der Aquarienpraxis kann man dem Rechnung tragen, indem man hier durch Zusatz von einfachem Kochsalz ( NaCl ), beispielsweise während des Wasserwechsels, die Konzentration des Natriums künstlich etwas erhöht.

 

Ebenso kann, bei zu geringen Wasserwechseln bzw. großen Fischdichten und reichlich Mulmbeständen im Filter etc.,  von Zeit zu Zeit Natron in kühlem Leitungswasser gelöst und über einige Zeit langsam ins Becken zugegeben werden, um KH zu "unterstützen". 

 

Dosierung nach "Krause" :   

 

3 g Natriumhydrogencarbonat (Natron) auf 100L Wasser erhöhen die KH um 1dh.

 

Dieses 1dh wird aber im Laufe einer Woche bei mittelstark besetzten Becken auch wieder "verzehrt" und auch der pH-Wert sinkt entsprechend. Vgl. unten!


Die Warnung Krauses bzgl. der ungünstigen Verschiebung des Ionenverhältnisses durch Zugabe von Natron ist also für den Tanganjikasee-Cichliden eher wieder zu relativieren!

 

 

b - Wasseraustausch in Abhängigkeit der (Vor-)Belastung des (Ausgangs)-Wassers 


Darüber hinaus sind "immer" auch Medikamentenreste aus der Humanmedizin, Viehhaltung sowie Schwermetalle, Farbstoffe und Pestizide im Leitungswasser, die, für einen einzelnen Wasserwechsel genommen wenig schädlich wirken, aber auf lange Zeit, zusammen mit dem Nitrat, den Fischorganismus durch Stoffeanreicherung in den Organen erheblich schädigen und für ein früheres Ableben, und/oder Unfruchtbarkeit, als unter Optimalumständen sorgen.

Zudem bestimmen erst Besatzdichte, Fischarten, Futterkonzept sowie  Filtervolumen darüber, wie und mit welchen Mitteln das Wasser behandelt und gepflegt werden muss.

200l-Becken mit zwei Paaren der Gattung Neolamprologus benötigen unter Umständen kaum einen Wasserwechsel, wenn Steinaufbauten, Filteroberfläche u. Futtermengen sowie Strömungsverhältnisse so beschaffen sind, dass das Beckenwasser kaum negativ beeinflusst wird. Hier reicht oft ein 4-wöchiger Wasserwechsel von 10% Volumen. Bitte beachten Sie dabei, dass alles, was im Becken selbst integriert ist, und woran das Wasser "sich reibt", ebenfalls als Filteroberfläche dient.  

 

Im umgekehrten Fall betrachten wir ein 400l-Tropheus-Becken mit 25 erwachsenen Tieren. Den Bedürfnissen der Tiere nachkommend haben wir hier wenig Einrichtung, um Schwimmraum zu schaffen und große Gruppen, um dem "Kolonieverhalten" der Tiere entgegenzukommen. Betrachtet man dann noch die Futtermengen und Ausscheidungsmengen einer solchen Kolonie, wird schnell klar, dass das obige Konzept hier rasch zum Desaster führen würde. 


Leider unterschlagen sämtliche Bücher und Experten häufig einen ganz wesentlichen Aspekt des Wasserwechsels. Die im Frischwasser nützlichen Mineralien und andere nützliche Spurenelemente werden im geschlossenen Aquariumkreislauf rasch durch den Fischorganismus und durch Algen, Baktieren, Einzeller, Infusorien etc. wieder "verbraucht" und müssen schon deshalb regelmäßig durch Wasserwechsel ergänzt und ersetzt werden. Das betrifft auch die Härtebildner wie Calcium, Magnesium, sonstige Erdalkalis etc. .


Was also ist zu tun, wenn das Ausgangswasser bereits belastet und Ihr Becken"atollmäßig" hoch besetzt ist ?
 

Tropheus sp. red "moliro"

c - Biologische Reinigung 

 

Achten Sie zunächst auf eine sehr große Oberfläche des Filtersubstrates. Am besten und zudem raumsparend wirkt ein Mehrkammeraußenfilterbecken, welches mind. 1/4 des Beckenvolumens haben sollte und mit mind. 2-3 Stück 50 cm x 3 cm x 5 cm - Matten blauen Filterschaumstoffs bestückt sein müsste. Aber auch eine großer HMF-Filter als Innenfilter ( Hamburger-Matten-Filter mit blauem Schaumstoff ) ist sehr geeignet. Hier haben verantwortliche Bakterienstämme wie bspw. die Nitrobacter- und Nitrosomonasbakterien genügend Oberfläche, um Bakterienkolonien in ausreichendem Maße zu bilden und Stoffwechselprozesse im Becken rasch zu Nitrat abzubauen. Je größer die Filteroberfläche, desto geringer ist auch die Gefahr eines Nitritpeaks. Dabei ist darauf zu achten, dass das Beckenvolumen max. 1 / h umgewälzt wird. Eher weniger, denn erst die möglichst lange Kontaktzeit der Bakterien mit dem belasteten Wasser ist für die effektive Umwandlung (Nitrifikation) bestimmend! Förderlich ist ein sehr langsamer Durchlauf auch für die sogenannte anaerobe Denitrifizierung, d.h. Nitratabbau im Aquarium, Filter. In jedem Filter der groß genug ist, laufen diese anaeroben Prozesse ab. Wichtig ist nur, dass es quasi sauerstofffreie Bereiche im ( in geschlossenen Filtern -> Wasser von unten nach oben durchlaufend ) Filter gibt, welche mit genügend organische Stoffen belastet sind ( Schlammbildung ). Effektiv funktioniert dies besonders in bereits sehr lange stehenden Systemen, ohne jeglichen menschlichen Eingriff, in denen solche Klärschlämme entstehen und leben konnten. Als Ersatz für O2 werden dort durch die Bakterien dann Stickstoffverbindungen als Energielieferanten genutzt und Nitrat wird aus dem geschlossenen Kreislauf durch Aufspaltung in die Gase N2 und N2O entfernt. Eine Extra-Säule ist dafür nicht nötig, fördert dies aber!
 

In Ostafrikabecken oft benötigte hohe Strömungsraten sollen also  nicht mit dem  Reinigungsfilter sondern besser mit anderen Mitteln, bspw. durch zusätzliche Luftpumpen/Ausströmersteine, Turbellen etc. bereitgestellt werden. Diese haben, bei geeigneter Platzierung, auch den erwünschten Nebeneffekt, durch eine große Oberflächenwasserbewegung für den Austrieb von Kohlendioxid und damit für  Unterstützung eines erwünscht hohen pH-Wertes zu sorgen.

Vereinfachter biochemischer Oxidations-Abbauprozess durch Durchfluss und Reibung im Filtersubstrat und an der Einrichtung:


Eiweiße -> Peptide -> Ammonium/Ammoniak ( Anteile sind pH-Wert-abhängig

( Ammoniak ist fischgiftig ))-> Nitrit ( Fischgift ) -> Nitrat  


Nitrat: Endprodukt, das entsorgt werden muss, wenn keine Denitrifikation stattfindet  


Anmerkung:  pH-Werte über 8 können eine lebensgefährliche Ammonikakonzentration auslösen, wenn die Filterleistung zu gering ist!


Was also ist zu tun, um das Endprofukt ( Nitrat ) aus dem geschlossenen Kreislauf zu entfernen?  

 

d - Chemische Reinigung 

 

Nitratharz in einem Strumpf in die Strömung gehängt,  "siebt" das Nitrat aus dem Wasser im Austausch gegen einfach negative Chloridionen. Zudem entfernt es, je nach Harztyp, Gelbstoffe, Huminstoffe, ein wenig Nitrit und angeblich auch etwas Phosphat. Ein dafür bekanntes, anfangs stark basisches Anionen-Harz ist das Lewatit MP 600. Für dessen aquaristische Nutzung ist, nach meinen Erfahrungen, 1/2 l in Kochsalz richtig regeneriertes MP 600 - Nitratharz ausreichend, um in einem gut besetzten Becken von ca. 200l Inhalt 2 Wochen lang für nitratarmes Wasser zu sorgen.

Der Zeitpunkt der Regeneration ist erreicht, wenn durch Messungen festgestellt wird, dass der Nitratgehalt wieder steigt, das Wasser vergilbt und/oder die Fische Unwohlsein beispielsweise durch Flossenklemmen und Verblassen bekunden.


Wichtig, denn, je nach Harztyp, gibt das Nitratsieb, nach Erschöpfung der Aufnahmekapazität der "Kügelchen", Nitrat auch wieder zurück in den geschlossenen Wasserkreislauf. Vorsicht !!     


Für die Regeneration des Harzes ist ein Gemisch aus 3 Litern warmem Leitungswasser mit 300g einfachem, reinem Kochsalz ( Natriumchlorid ) über 1 Nacht bei guter Durchströmung des Substrates anzusetzen. Beipsielsweise. durch regelmäßiges Kneten des Strumpfes, welcher das Substrat enthält, auch ohne Durchflussregelung oder Rückspülung etc, zu erreichen. Wärmeres, d.h. beheiztes Regenerations-Wasser sorgt für eine bessere Reaktion des Harzes mit dem Kochsalz und damit für eine gründlichere "Reinigung" und später höhere Aufnahmekapazität für Nitrat.  

 

Aber Vorsicht: Bei zu warmer Regenerierung oder dauerhaftem Einsatz beispielsweise. in  30 Grad "heissen" Diskusbecken wandeln sich die stark basischen Gruppen langsam zu schwachbasischen um. In der Konsequenz sinkt die Kapazität zur Aufnahme von Nitratkationen letztlich doch insgesamt ab.  Gelb- u. Huminstoffe werden - im Falle von MP600 - aber trotzdem weiter aufgenommen.

 

Nach persönlicher Auskunft der Technik des Herstellers gilt:   

 

"Bei ca. 5 Min. kochen des Substrates wandeln sich ca. 10% der stark basischen Gruppen der Harzbestandteile in schwach basische um".  

 

Entsprechend geht eine warme Regeneration zwar schneller und reinigt gründlicher, "vernichtet" dabei aber auch einen größeren Anteil des Austauschers.

 

Dieser Vorgang ist chemisch übrigens nicht aufzuhalten, nur zu verlangsamen, denn er beginnt bereits bei hoher Zimmertemperatur respektive warmen Becken!  Das ist der Grund, warum das Harz nach einigen Jahren ersetzt werden muss.

 

In Anbetracht bestimmter Situationen, wie beispielsweise bei Übernahme neuer Tiere von Bekannten, Beckenwechsel, ältere Harze, neues Harz, Parasiten etc. mag eine Erhitzung kurzzeitig und aus Desinfektionzwecken heraus aber einmalig angemessen sein. 

 

 

e - Besondere Filterstoffe, Harze und Filtertechniken


Tropheus moorii "ikola"

 

 

Spuren von, mit aquaristischen Messgeräten kaum mehr nachweisbaren, aber dennoch auf die Dauer schädlichen, Pestiziden, Schwermetallen, Farbstoffen, Medikamentenresten etc. können nur entweder durch aufwendige Entsalzung, Umkehrosmose des Wechselwassers, durch eine gute Aktivkohle oder/und durch handelsübliche Wasseraufbereiter aus dem Aquariumkreislauf entfernt werden. 


Wasseraufbereiter


Wasseraufbereiter sind in bedonderen Fällen nützliche Helfer. Beachten Sie dabei aber, dass klassische Flüssigaufbereiter keine organischen Abfallstoffe neutralisieren, dafür aber Schwermetalle binden und sich auch für die Bindung von Chlor, einigen Pesitiziden, Herbiziden etc. eignen. Achten Sie darauf, dass es sich nicht um eine Zerstörung oder Entfernung schädlicher Stoffe handelt, sondern eben nur um eine Bindung. D.h. sie bleiben im Kreislauf erhalten! Die Gefahr einer Rück-Lösung der Stoffe aus der Bindung an den Wasseraufbereiter, ins Aquarium quasi zurück, besteht immer.


Bei der Neueinrichtung, Einbringung künstlicher Gegenstände beispielsweise kann ein guter Wasseraufbereiter kurzzeitig aber nützliche Dienste leisten und das Risiko etwas vermindern. Mit den folgenden Wasserwechseln wird dieser langsam wieder entfernt.


Aktivkohle


Gute Aktivkohle adsorbiert hingegen Medikamente, Pestizide, Herbizide, Gelb- und Huminstoffe aber beispielsweise keine Metalle. Hier ist weiter zu bedenken, dass Aktivkohle nach einiger Zeit ausgetauscht werden muss, da auch hier die Gefahr besteht, dass sie, bei zulanger Nutzung, die resorbierten Schadstoffe aus unterschiedlichen Gründen wieder in den geschlossenen Kreislauf unkontrolliert abgibt.  Eine gute Kohle ist einzig daran zu erkennen, dass sie bei erstmaligem Eintauchen laut hörbar "zischt". Das ist nur Ausdruck einer hervorragenden Bindungskapazität, Porösität!


Ich setze Aktivkohle alleine zur Beseitigung von Medikamenten bzw. bei Neueinrichtungen etc. ein und entferne die Kohle spätestens dann, wenn ich der Meinung bin, dass kein Medikament, Schadstoff mehr im Wasser vorhanden ist. Meist nach 2-4 Tagen. Beobachten Sie bei Einsatz Ihre Tiere!


Osmoseanlage


Nur Osmoseanlagen drücken das Wasser durch mikroskopisch winzigste Membranöffnungen, durch welche über mehrere Phasen, letztlich eben nur Wassermoleküle passen und sorgen so für die zuverlässige Entfernung aller dieser Stoffe und sogar Bakterien. Es entsteht quasi destilliertes Wasser im Reinzustand mit pH 7. Eine noch genauere Messung der absoluten Reinheit ergibt sich durch den sogenannten Leitwert, gemessen in Mikrosiemens je cm. Also die elektrische Leitfähigkeit bedingt durch die Anzahl und Verteilung von Kationen und Anionen im Wasser. Ist dieser 0, so liegt Wasser in Reinform vor. Ordentliche ( und noch bezahlbare ) Osmoseanlagen liefern Leitwerte von ca. 5-10 Mikrosiemens (mS/cm) in angemessenen Zeiträumen. Von quasi reinem, destilliertem Wasser spricht man bei 0-3 Mikrosiemens je cm.


Dieses eignet sich noch nicht für die Aquaristik und muss in nötigen Anteilen, je nach Ursprungshabitat, wieder mit Rohrwasser rückvermischt werden.


Osmose ist ein relaltiv neues Verfahren, welches erst in den 90èr Jahren des letzten Jahrhunderts, durch die ab da preisgünstigere kommerzielle Herstellung kleiner Anlagen speziell für die Aquaristik, seinen Durchschlag fand. Große Vorteile gegenüber der Voll- oder Teilentsalzung ergeben sich einerseits durch geringe Platzansprüche der Osmose-Anlagen und andererseits durch den Wegfall nicht unproblematischer Aspekte der Regeneration der Kunst-Harzsäulen mit Salzsäure und Natronlauge in jeweils gefährlichen Konzentrationen! Auch die Entsorgung der resultierenden Regenerationslösungen war und ist sehr problematisch. ...


Entsalzungsanlage


Eine Alternative zur Osmosevorbereitung ist die Nutzung einer Vollentsaltzungsanlage als Einsäulen-Mischbett- oder im Zweisäulenverfahren. Hier sind Anionen- und Kationenharze im Einsatz, welche in spezieller Reihenfolge durchlaufen werden müssen. Sie zeigen durch Farbumschlag ihre Beladung mit Ionen an. Eine weitere Alternative ist die bloße Teilentsalzung, welche durch stark- oder schwachsaure Kationen-Austauscher ( z.B. Lewatit-Harze S100G1, MP 62 u.ä. ) die für die Weichwasserfischzucht erheblichere KH entnimmt, um den osmotischen Druck auf die Eier ( vgl. oben ) der Weichwasser-Substratbrüter der Amazonsregion oder Westafrikas auszugleichen und um somit erst eine Eientwicklung bis zur Schlupfreife zu ermöglichen. Aus pH-Puffergründen heraus sollte auf die vollständige Entnahme der KH aber verzichtet werden. Als unteren Grenzwert ist etwa  KH 2 zu setzen, um die Gefahr eines zu instabil werdenden Aquariumwassers zu mindern. Die Orientierung an den Weichwassern der tropischen Region, welche oft gar keine KH beinhalten, schlägt deshalb fehl, weil diese "riesigen" Gewässer in sich trotzdem Stabilität aufweisen, schon allein aufgrund des schieren Volumens. Viele Diskuszüchter, so einer war ich früher auch, nutzen auch heute diese Verfahren, da sie bereits seit Jahrzehnten daran gewöhnt sind und damit umgehen können.



f - Messung der ungefähren Wasserbelastung


Messungen von pH, Leitwerten und/oder der GH lassen indirekt Rückschlüsse auf die Güte des Aquarienwasser zu. Aber:


Folgende Aussagen sind nur Richtwerte, die Gültigkeit der Ergebnisse ist u.a. von der Reinheit der Lösung respektive dem Wissen um die Ionenzusammensetzung der zu messenden Lösung abhängig. Dennoch lassen die Angaben jeweils Rückschlüsse auf die "Qualität", also Struktur der Wasserzusammensetzung als Lebensraum, zu!


Dabei gilt in "sauberem" Wasser in etwa:  330 mS / cm entsprechen ungefähr einer GH von ca. 10 dh.


In diesem Zusammenhang gilt es allerdings auch zu beachten, je höher der Leitwert desto belasteter könnte auch das Wasser mit organischen Substanzen bzw. ihren Ionen sein. Denn der Leitwert unterscheidet nicht zwischen "guten" und "bösen" Stoffen ... . Leitwerte von 700 mS/cm und mehr deuten beispielsweise dann auf eine "enorme" Verschmutzung des Wassers hin, da eine Härte von 700 / 33  ~ 21,21 GH dann kaum alleine auf die typischen Härtebildner zurückzuführen ist, wenn beispielsweise das Ausgangsrohrwasser einst eine GH von nur 15 auswies.


Heute typische Hand-Leitwert- oder Leitfähigkeitsmesser haben als Einheit häufig TDS "ppm" skaliert. D.h. parts-per-million in total(y)-dissolved-solids. Diese Einheit kann aber recht einfach in ca.-Mikrosiemens, also mS/cm, umgerechnet werden. 


1 ppm TDS ~ 1,56 mS/cm


Beispiel:


800 ppm TDS ~   800 * 1,56  =  1248 mS/cm

und

1248 mS/cm : 33  ~ 37,82 dh GH


Kein deutsches, mir bekanntes, Rohrwasser besitzt einen solchen Härtegrad!


Maximalhärten der Rohrwässer in Deutschland liegen bei ca. 25 dH in mineralreichen Kalksteinregionen. Ergo: Es ist von einer hohen, für lebende Organismen lebensbedrohlichen, Verschmutzung durch organische Verbindungen, Reststoffe auszugehen.


Auch der pH-Wert kann ein indirektes Indiz hoher Wasserbelastung sein. Hatte das Ausgangswasser beispielsweise einen solchen von ca. 7,6  zum Zeitpunkt t0 und liegt dieser, gemessen im Aquarium zum Zeitpunkt t1 bei 7,2, so ist vo einer hohen Verschmutzung auszugehen. Warum? Futter, Atmung, absterbende Organismen etc. reicherten sich übermäßig an. Filterbakterien verarbeiteten diese Stoffe zu Nitrat NO3 ( Salze von Säuren ), verbrauchen dabei die KH (Oxidation ) und bilden dabei fortlaufend verschiedene Säuren, hauptsächlich salpeterige und Salpeter. Folge: pH-Wert-Abfall, da die Säurebindungskapazität, bewirkt durch nicht mehr verfügbare KH, ständig abnimmt. Auch ein zusätzliches Belüften, um CO2 auszutreiben, bringt dann keinen höheren pH-Wert mehr. -> Großer Wasserwechsel!


Elektrisch in mV ( Mikrovolt ) gemessene Redoxwerte oder Redoxspannungen entstehen durch Strom, also Fluss von Elektronen e- durch Aufnahme und Abgabe der beteiligten Partner. Solche Reduktions- und Oxidationsvorgänge lassen Rückschlüsse auf das aquatische Lebensmilieu zu. Für die aquaristische Praxis sind Oxidationsvorgänge mit der Nitrifikation und Reduktionsvorgänge mit der Denitrifikation zusammenhängend und wesentlich. Ist das Gesamtmilieu eher oxidativer Natur ( hohe Redox-Werte durch Nitrifikation, Oxydation, aerobes Milieu ) so spricht man von eher "sauberem Lebensmileu". D.h. es liegen kaum gelöste organische (Abbau-)Stoffe vor. Zu hohe Spannungen sind jedoch unnatürlich und wirken teils aggressiv auf Organismen. Zu niedrige Spannungen ( Denitrifikation, Reduktion, anaerobes Milieu ) deuten wieder auf Verschmutzung und ungenügende Filterung, ungenügenden Durchfluss in Aquariumboden, an Substraten und im Filter oder auf zu gringe Wasserwechsel hin. Optimale Werte liegen im pflanzenlosen Ostafrikaaquarium zwischen ca. 300 mV und 400 mV. D.h. wiederum es sollten gleichgewichtsartig sowohl reduzierende als auch oxidierende Reaktionen ablaufen, um eine gesundes Lebensmilieu zu schaffen.



 

Ergebnisse aus a bis f  

 

Also erst die sorgfältig auf die eigenen Ausgangsparamter abgestimmte Kombination von Volumen, Tierdichte, Einrichtung, Licht, Filtervolumen, Durchlaufgeschwindigkeit, Wasserwechselmenge und -intervall, Aktivkohle, Wasseraufbereiter und Nitratharz sowie Strömungsverhältnisse sorgt für nahezu optimale Wasserpflegeverhältnisse.


Man bedenke dabei, der Tanganganjikasee ist weitgehend noch frei von Nitrat, Giftstoffen und multiplen organischen Verbindungen, Eiweißen in hoher Konzentration.


Ernährung :


Allgemeines


Ein weiterer entscheidender Erfolgsfaktor der Cichlidenhaltung ist die richtig durchgeführte Fütterung. Hierfür muss der Aquarianer ein Gefühl dafür entwickeln, wie oft welche Futtersorten, welchen Fischen in welchen Zuständen angeboten werden. Um sich dieses Gespür anzueignen, gilt es zu beobachten und zu lernen.

Die von den Trockenfutterherstellern oft angebotene und recht einfache Formel, nur immer mehrmals am Tage soviel zu füttern, wie in wenigen Minuten restlos verzehrt wird, ist absolut korrekt!

Das heißt, dass geringe Mengen mehrmals am Tage für die Fischgesundheit und die Wasserqualität besser sind, als ein einmaliges tägliches Füttern mit einer sehr großen Portion. Die oft zitierte Meinung, Zierfische nur alle zwei Tage einmal zu füttern ist hingegen absurd und führt ganz sicher früher oder später zur Verkümmerung der Tiere. Ein Fastentag, auch für die Filterbakterien, hingegen schadet nicht und fördert ( entlastet ) die Wasserqualität.

Die Formel oben ist nun noch zu ergänzen. Füttern Sie abwechslungsreich auf Basis eines vollwertigen Trockenfutters, für carnivore Cichliden auch Frostfutterinsekten und Frostfisch. Wenn die Menge des Frostfutters für große Raubfische etwa 30% des Gesamtfutters ausmacht, liegen Sie bei den meisten Gattungen schon ganz richtig. Gefrorene Futterbreie aus Fisch, Krebs, Insekten, Spirulina, Erbsen, Spinat, Hefen, Paprika, Karotte können "locker" auch selbst günstig, gesund und rasch hergestellt und in Tafeln gepresst gefrostet werden. Ggf. noch ergänzt um Mineralien und Vitamine, steht so einfach ein prima Futter bereit.

 

Beachten Sie hier aber dringend, dass nicht jedes Frostfutter für alle Fische gleichermaßen geeignet ist. Omnivore Neolamprologus, Limnivore ( Aufwuchsfresser ) und kleine bis mittelgroße carnivore Gattungen vertragen gar keine Erbsen, Spinat, Paprika, etc. im Frostfutterbrei. Diese "grünen" Zutaten führen bei ihnen zu Blähungen, aufgequollenen Bäuchen und zum raschen Ableben der betroffenen Fische. Das liegt an den Verdauungsorganen, welche große pflanzliche Futterteile nicht transportieren können. Oft wird das dann fälschlich als bakterienbedingte "Bauchwassersucht" fehldiagnostiziert, weil die Symptome ähnlich erscheinen. Tatsächlich kann dann in der Folge einer solchen Darmwandentzündung, Verstopfung tatsächlich eine sekundäre Bakterieninfektion zu weiteren Problemen führen.


Achten Sie unbedingt auf eine breiige, fast flüssige Konsistenz des Frostfutterbreis, um Schäden im Darm, verursacht durch zu große Schalenstücke von Hülsenfrüchten, Grätenresten, groben Pflanzenfasern etc., vorzubeugen.

 

Als Empfehlung könnte man ergo angeben, nur große bis sehr große fleichfressende Buntbarsche ab ca. 12 cm mit einem ausgewogenen Frostfutter-Mix, wie oben angegeben, zu versorgen und bei den anderen Tieren lieber bei Trockenfutter und gefriergetrockneten Insekten zu bleiben. So mache ich es.


Großen Fischfressern, ab ca. 15 cm Körperlänge, kann man getrost auch frisches, unbehandeltes Meeres-Fischfilet und unbehandelte Muscheln, Krabben aus dem lokalen Tiefkühlsortiment des Supermarkt zerhackt verfüttern! Frischer geht es wohl kaum.


Lebendfutter, Frostinsekten, gleich welcher Art, gleich in welcher Verpackung, lehne ich hingegen grundsätzlich und von vornherein ab. Das Risiko ist einfach zu groß. Welche Risiken sind damit verbunden?


  • Bakterien- und Vireneinschleppung
  • Ekto- und Endoparasiten aller Art
  • Giftstoffe, Allergene, Medikamentenrückstände ( Rote Mückenlarven !!! )
  • Fremdteile ( Fasern, Holz, Plastik, Metalle etc. )
  • Einschleppung Infusorien


... die Liste ließe sich leicht fortsetzen.


Im besonderen Maße gilt das natürlich für Lebendfutter.


In diesen oben erwähnten Zusammenhängen sei hier auch ergänzt, dass die oft hohe Reproduktionsrate maulbrütender Cichliden, v.a. bei entsprechend starkem Besatz, dazu führen kann, dass quasi wöchentlich viele kleine Jungtiere in das Hälterungsbecken entlassen werden, weil diese aus z.B. Kapazitätsgründen etc. nicht mehr aufgezogen werden sollen. Dies führt im Handumdrehen zur gemeinschaftlichen Blitzjagd auf die Babys im elterlichen Becken und resultiert oft nicht nur im Totalverlust der Jungtiere sondern führt ebenso oft zu Verstopfungen, Schwellungen und Entzündungen der adulten Cichliden, verursacht einfach durch den Anfall erheblicher Mengen von "frischer" Fischnahrung samt Gräten und Flossenmaterial, wenn diese drei oder vier und gar mehr dieser gerade entlassenen Jungtiere in kürzester Zeit wie im Rausch jagen und vertilgen.  Auch dies wird dann, fälschlicher Weise, als Bloat o.Ä. fehldiagnostiziert. Schon alleine aus diesen Gründen heraus, sollte jeder Aquarianer zum Ende der Brutzeit, also nach ca. 14-18 Tage, je nach Wassertemepratur und Futtermenge aktiv werden und die Mütter separieren. Das eben Besprochene gilt übrigens gleichermaßen für limnivore und carnivore, für herbivore und für omnivore Cichliden. Auch Pflanzenfresser geraten dann gerne in einen "Jagdrausch".


Markenprodukte


Zum Einsatz kommen bei mir deshalb ausschliesslich allerbeste Markenprodukte aus Trockenfutter und gefriergetrockneten Wasserinsekten. Ich halte nichts von billigem Züchterfutter, Billigmarken aus den Supermärkten. Ihre Zusammensezung  ist zudem oft völlig ungeeignet. Da werden "wild" tierische Anteile von Warmblütern mit Getreide etc. vermengt. Leider sind selbst in Marketrockenfutterprodukten Anteile von Weizen etc. zu finden. Im Tanganjikasee wächst aber weder Weizen noch tauchen dort Rinder. Ein ausgewogenes Verhältnis von Rohasche, Rohproteinen, Rohfett, Rohfasern, Vitaminen und Mineralien ist dann eben nicht gegeben. Gekauft werden diese Futtermittel dann oft auch noch in großen Massen via Internet. und dies ja nur dafür, damit junge Buntbarsche letztlich schön billig aufgezogen und weiterverkauft werden können! Ein weiteres Problem ist ... große Futtergebinde verlieren leider rasch einen beträchtlichen Anteil Ihres Nährwertes. Da hilft auch die kühle, geschlossene und dunkle Lagerung nichts mehr. Trotzdem wird in großen Anlagen dann damit billig weitergefüttert. Trotz normaler Fütterung kümmern die Tiere, verfetten ( auch innerlich an den Organen ), wachsen zu lang, zu kurz, zu hoch zu dick oder mit Kiemen-, Flossen-, und Maulfehlern heran, bilden Organsschäden v.a. an Leber und Nieren aus oder haben andere Mangel- oder Überflusserscheinungen.


Ergo: Steht ein solch verwendeter 11-21-L-Eimer länger als 4 Wochen, können Sie den Restinhalt getrost "in die Tonne kloppen". Richtlinie: 1 richtig gelagerter Eimer je Monat - basta!


Achten Sie beim Kauf extrem auf das Haltbarkeitsdatum! Billige Angebote haben ihren Grund ... Fordern Sie beim Kauf ein langfristiges Mindesthalbarkeitsdatum von noch mindestens 1,5-2 Jahren.


Lebenswichtige Vitamine der Gruppen A,B,C,D,K, Mineralien, allesamt wichtig für Skelet, Kiemen, Augen, Schleimhäute, Flossen etc.,  bleiben aber nur in Topprodukten länger erhalten und sind nur dort in ausreichender, stabiler Form enthalten.Vgl. dazu Dieter Untergasser: " Gesunde Diskus und andere Cichliden (Großcichliden), Band 1", Kap.2.

Besonders gebe ich aber dabei zu bedenken, dass Herrn Untergassers Empfehlungen der Fütterung, besonders hinsichtlich eigens hergestellter Futterbreie "nur" für Großcichliden gilt. Vgl. angesprochene Problematik oben. Weiter ist zu bedenken, dass dieses immernoch hervorragende Buch aus dem Jahr 1996 stammt!


Aus meiner Sicht teile ich Futtermittel in drei Kategorien ein.


Die nachfolgenden Reihenfolgen der Markennennungen stellen innerhalb der Kategorien keine Wertung dar, sind rein zufällig!


Ungeeignete ( auch unbekannte ) Futtermittel, Geeignete Marken und Premium-Marken. Zu mittleren gehören sicherlich die beiden bekannten, traditionellen Marken Sera und Tetra. Allerdings sind Futtermittel beispielsweise von Söll, Guggenbühl, Tropical, SAK, trotz teils geringem Getreideanteil, zu bevorzugen. Dies v.a. wegen des oft erhöhten Anteils wertvollster gesunder Algen und "echtem" Fisch, Krebstieren. Andererseits, weil diese Mittel zu einem erheblichen Anteil durch ein besonderes Verfahren halt- und fischphysiologisch noch verwertbarer gemacht werden. Beispielsweise durch Extrudieren. Der Unterschied ist natürlich auch im Preisgefüge sichtbar!


Auf Anfrage dazu gerne mehr am Telefon oder in einer Email.



Spezielles zum Futter


Nahrungsspezialisten wie Aufwuchsfressser oder reine Fleischfresser müssen entsprechend mit spirulinahaltigem Pflanzentrockenfutter bzw. mit mehr tierischem Frostfutter ernährt werden.

Tropheus bspw. wird heute nahezu ausschließlich mit einem sehr hochwertigen und vollwertigen Spirulinaflockenfutter ernährt. Dabei sind diesen Flocken bereits genügend tierische Anteile beigemischt. Ein vergleichsweise großer Bestandteil sind allerdings pflanzliche Anteile. Insekten, Fisch, u.a. tierische Futtermittel sind rigoros zu unterlassen. Die Umstellung auf zwar grundsätzlich besser geeignete, aber "fremde", Futtermittel ist ebenso vorsichtig vorzunehmen, um Darmentzündungen vorzubeugen. Das Verfüttern von Fleisch aus Warmblütern, gleichgültig ob nun roh, gekockt, gefrostet, gefriegetrocknet oder in Flocken und Pellets verarbeitet, ist grundsätzlich abzulehnen, da der Organismus unserer Fische im Laufe ihrer Evolution darauf niemals eingestellt wurde!


In diesem Zusammenhang sei auch erwähnt, dass die hohe Reproduktionsrate maulbrütender Cichliden dazu führen kann, dass quasi wöchentlich Jungtiere in das Hälterungsbecken entlassen werden. Dies führt im Handumdrehen zur gemeinschaftlichen Blitzjagd auf die Babys und resultiert oft nicht nur im Totalverlust der Jungtiere sondern führt ebenso oft zu Verstopfungen, Schwellungen und Entzündungen der adulten Cichliden, verursacht einfach durch den Anfall erheblicher Mengen von "frischer" Fischnahrung samt Gräten und harten Flossenstrahlen, wenn diese drei oder vier und mehr dieser gerade entlassenen Jungtiere in kürzester Zeit wie im Rausch vertilgen. Auch diese Verstopfung wird dann, aus Unkenntnis, sofort als Bloat o.Ä. fehldiagnostiziert.   


Die im Tanganjikasee vorkommenden Schuppenfresserspezialisten werden

hingegen im Aquarium kaum gehalten, weshalb hier eine Beschreibung unterbleibt.   


Einige Gattungen müssen regelrecht gestopft werden, um nicht zu verkümmern. Insbesondere die beiden Arten der Gattung "Cyphotilapia", nämlich sp. frontosa und sp. gibberosa sollten mehrmals am Tage abwechslungsreich mit kräftigem und mengenmäßig viel Futter versorgt werden um Hohlbäuchen und Verkümmerungen vorzubeugen. Denken Sie dann aber bitte an eine besonderes starke Filterung und an sehr große Wasserwechsel. Auch hier ist ein Gleichgewicht zu finden, da gerade die Gattung Cyphotilapia etwas anfällig gegen zu viel Frischwasser reagiert! Der, durch mengenmäßig große Fütterungen, folgende hohe Stoffwechsel der Tiere und mithin hohe Nährstoffeintrag ins Wasser muss durch besondere Wasserreinigung berücksichtigt werden. Unter anderem für diese Tiere gilt übrigens im besonderen was ich bereits unter dem Aspekt "Beleuchtung" ausführte.

Cyphotilapia sp. gibberosa "moba"

 

 

Besatz ist abhängig vom Futterkonzept 

 

Andere Fütterungskonzepte führen bei diesen Nahrungsspezialisten zu Krankheiten und Mangelerscheinungen durch Verdauungs-probleme bspw. Entzündungen des Verdauungs-trakts ( Tropheus ) oder bspw. zu Hohlbäuchen und Unterernährung ( Cyphotilapia ).

Eine dauerhafte Vergesellschaftung fleischfressender mit weidenden, aufwuchsfressenden Gattungen kann also schon aus ernährungstechnischen Gründen, neben anderen, nicht gut funktionieren. Ausnahme sind einige zooplanktonfressenden Neolamprologus ( bspw. die Feen ) und fischfressende Altolamprologus, welche sich sehr gut ausschliesslich von vollwertigen Flocken ernähren können und mit dem lebhaften Wesen der Aufwuchsvertilger gut zurecht kommen.


Futter und Wachstum


Oft sieht man in Aquarien enorm große Tiere. Ganz offensichtlich sind meist zu hohe Haltungstemperaturen gepaart mit zu ernergiereicher Fütterung die Gründe. Sie wirken dann widernatürlich und entstellt. Man nennt es umgangssprachlich "Dampfaufzucht". Tatsächlich handelt es sich dabei um Arten welche, bei geeigneterer Fütterung, eigentlich nur halb so groß geworden wären. Das ist "schlechte Haltung" und führt sicher früher oder später zu einem verfrühten Ableben. Tatsächlich tut man sich damit auch keinen Gefallen, da dann Aquarien schnell zu klein werden. Leider ist es sogar so, dass einige Aquarianer das, ganz im Gegenteil, als augenscheinlichen Ausdruck einer besonders gelungenen Haltung empfinden und dies auch, in entsprechenden Foren, so weiter kommunizieren. Quasi nach dem Angler-Motto:  "Ich habe die größte Forelle .." Das Problem dabei ist, dass solche Aussagen dort ganz schnell für richtig erachtet, verallgemeinert und idealisiert werden - obwohl sie, bei näherer Betrachtung, "grottenfalsch" sind! Es ist das selbe Problem wie mit den angeblich "idealen" 1000l-Becken für Frontosa oder 600l für Tropheus. Besonders problematisch ist nur, dass das Internet nicht vergisst, und  Beginner auch nach 10 Jahren damit noch falsch informiert werden.


Haben Cichliden ihre natürliche Größe ( Maßstab ist die Größe im natürlichen Lebensraum, keinesfalls die degenerierten "Jumbos", welche viele Aquarianer als "toll und erstrebenswert" empfinden und kommunizieren ) erreicht, sollte nur noch eine Erhaltungsfütterung erfolgen. D.h. genau jene Menge zu finden, welche den Fisch in seiner aktuellen Kondition belässt, ohne weiteres Wachstum in Länge, Höhe oder Breite zu provozieren! Dazu gehört also die Kenntnis davon, wie groß die Tiere bspw. als erwachsene Wildfänge hier ankommen. Ich jedenfalls möchte keine Otopharynx mit 16 cm oder gar Aulonocara und Tropheus mit 14-18 cm oder mehr und breit wie ein U-Boot sehen. Diese Gattungen werden eigentlich nur ca. 10-12 cm groß und bleiben "natürlich" sehr schlank.



Vermehrung und Aufzucht :


Hat man die Haltung ostafrikanischer Cichliden unter den gegebenen Bedingungen in Deutschland nahezu optimiert, darf man sich früher oder später auf Nachwuchs freuen. Aber:


Wie im vorangegangen Abschnitt angedeutet, gilt auch hier der landläufige Ausdruck: 


"Vater werden ist nicht schwer, Vater sein dagegen sehr".


Im Zweifel gilt das auch für "Mütter".


Überlegen Sie sich deshalb besser genau, ob Sie die "Babys"  separieren und auch lang Zeit aufziehen möchten! Eine rasche und vor allem vernünftige Abgabe ist aufgrund des Masenangebots heute fast ausgeschlossen. Ergo: Die mit ernsthafter Aufzucht verbundene nötige Arbeit und Sorgfalt, bis die Tierchen nach ca. 9-12 Monaten zu lebhaften und gesunden erwachsenen Tieren heranwachsen, oder man sie sinnhaft abgeben kann, ist wirklich immens und dafür ist sicher nicht Jeder geignet oder auch nicht willens. 


Wer das nicht möchte, belässt die Brut im elterlichen Becken, was aber schlussendlich zum Eintritt der an anderer Stelle bereits genannten Risiken ( vgl. Kap. "Spezielles zum Futter" ) für die adulten Tiere sowie die gesamte Gemeinschaft führen kann. Ein weiteres Problem: Geschlechtsreife Jungtiere, die überleben, werden schliesslich die soziale Vernetzung beeinflussen und verändern. Unruhe und Verluste können die Folge sein, die einstige harmonische Ruhe im Becken ist für alle Zeiten dahin.  


Vermehrung von Cichliden


Im Tanganjikasee unterscheidet man maternale (Mutter), paternale (Vater) oder sogar Maulbrüter, bei denen (beide Elternteile) biparental an der Maulbrut partizipieren und bspw. in etwa in der Mitte der Brutzeit ihre Larven dem Partner übergeben. Alle Arten sind dabei sowohl ovophil (eiertragend) also auch einige Zeit larvophil (larventragend).


Einige Arten dort aus der Familie der Sandcichliden und auch bspw. Triglachromis otostigma sind solche Vertreter.


Wer hierzu generell mehr wissen möchte, der ruft ab:


" http://www.dcg-encyclopedia.de/wp-content/uploads/2012/10/1995-JB-S-54-62.pdf "


Diese weiteren Unterscheidungen ist jedoch vor allem für mittel- und südamerikanische Buntbarsche zweckmäßig, weil es hauptsächlich hier Arten gibt, die zwar bspw. Offenbrüter sind  aber dann die geschlüpften Jungtiere, Larven im Maul weitepflegen; also larvophile Maulbrüter sind.


Der Trieb zu bebrüten lässt nach eigener Erfahrung erst nach, wenn der Nachwuchs ein für die Eltern im Maul spürbares Entwicklungsstadium erreicht hat, welches ihm erlaubt, in der Wasserwildnis des Sees alleine zu überleben. Der Übergang vom Ei zur Larve ist dabei fliessend und kaum feststellbar. Grund dafür ist einfach, die Eier sind bereits sehr groß und fortgeschritten in ihrer Entwicklung, wenn sie die Eiröhre des Weibchens verlassen. Der befruchtete Keim beginnt sich über dem großen Dottersack bereits in den ersten Tagen deutlich und schnell abzuzeichnen. Die gesamte Brutzeit ist zwar art- und bedingungsabhängig, kann aber auf rund 20-30 Tage im Durchschnitt aller Gattungen begrenzt werden. Geschwindigkeit der Ei- und Larvenentwicklung und ihre anfgängliche Größe, sowie das Maulbrüten an sich sind evolutionäre Schutzanpassungen der Tiere in einer dicht bevölkerten Wasserumwelt mit zahllosen Feinden und Wettbewerbern auf dichtesten Räumen. Die andere große Gruppe im See ist jene der Höhlenbrüter. Offenbrüter sind kaum vorhanden.


Damit auch die Muttertiere in Stimmung kommen - die Männchen sind da anders um nicht zu sagen "einfacher" programmiert - ist kurz zuvor eine hervorragende Fütterung und Wasserqualität sowie ene stimmige Besatzabstimmung zwingend notwendig.  Innerartlich bedeutet das eine ausreichende Dichte an Artgenossen beider Geschlechter, ohne dabei zu sehr von andren Arten beeinflusst oder gar gestört zu sein.  Auch für ein "Durchtragen" der Brut ist das zwingende Voraussetzung. Ein weiterer Grund für die Einbringung zwar weniger Arten, aber doch eher mit je hoher Indviduenzahl. Oft tragen die Tiere die ersten beiden Bruten noch nicht du8rch. Ein Grund könnte der noch nicht ausgereifte Bruttrieb sein der bspw. hinter dem Fresstrieb zurückweicht, ein anderer ev., dass die ersten Eier noch nicht so beschaffen sind, dass überlebensfähige Jungtiere daraus werden könnten und die Mutter diese Umstände auch spürt und dann abbricht. Oftmals sind es aber auch junge Männchen, die noch nicht richtig  befruchten können. Eier die sich im Maul nicht entwickeln werden ausgespruckt und gefressen. 


Während sich adulte Maulbrüter zumeist äusserlich durch Polymorphismus im Geschlecht einfach unterscheiden lassen ist das bei den Höhlenbrütern der Lamprologini nicht so einfach. Die Tiere gleichen sich (Monomorphismus) in Farbe, Form und Gestalt und sind meist auch als Erwachsene nur bei der Paarung zu unterscheiden. Nur sehr geübte Aquarianer vermögen eine nie 100%-ige Differenzierung anhand der Kloakengrößen und -formen, vor allem nach der ersten Eiablage sowie eine einigermassen sichere Einschätzung anhand von Kopf, Lippen Beflossung und Verhalten.


Für die Eiablage werden Sandhöhlen gebaut. Diese werden von den Tieren unter flach aufliegende Steinplatten, bspw. Schieferplatten, durch Untergraben angelegt.  Nicht so beliebt bzw. gar nicht angenommen werden hoch gelegene Öffnungen und Höhlen. Begrenzten Erfolg hat man mit auf Sand aufliegenden Kokusnusshälften.


Das Gelege besteht meist aus nur ca. 10-30 Eiern, welche an die Höhlendecke geheftet werden. Beide Elterntiere bewachen das Gelege abwechselnd. Während das eine Tier die Eier frisch mit den paarigen Flossen befächelt, und so um permanente Reinigung und Sauerstoff bemüht ist, sichert das andere Tier, teils heftig in die Flossen von Eindringlingen beißend, teils nur drohend, das Revier selbst gegen vielfach größere und schwerere Raubfische. 


Nach ca. 2-4 Tagen schlüpfen die winzigen Larven, die wesentlich weniger entwickelt sind als die Jungen der Maulbrüter beim entlassen des Maules. Die Eltern heben einge Grube aus und befördern unermüdlich etwaige mutige "Flüchtlinge" sofort dort wieder hinein.


Bis die Larven frei in einer Art Wolke bis zu 15 cm über dem Boden in mitten des Reviers schwimmen und Plankton "fischen" vergehen weitere 2-4 Tage. Ist der Dottersack aufgebraucht, schwimmen die Kleinen frei und haben sich zu Jungfischen entwickelt. Ab dieser Zeit ernähren sich die Jungen von den Resten der Mahlzeiten der Eltern bzw. von dem, was den Eltern durch die Kiemen geht. Mit zunehmendem Alter entfernen sich die Jungen immer weiter und der Brutdrang der Eltern lässt analog langsam nach.


Die Brutzeit kann in Summe rasch 4-6 Wochen andauern. Erst dann sind die Jungen in einer Verfassung, welche ihnen selbständiges Überleben erlaubt.


Im Malawisee hingegen sind so gut wie ausschliesslich maternale Maulbrüter "unterwegs". Höhlen- oder Offenbrüter exisiteren kaum. Im Gegensatz zu den Cichliden des Tanganjikasees sind hier öfters größere Eizahlen und kleinere Eier zu sehen. Nach meiner Einschätzung liegen die gattungsübergreifenden Mittelwerte der Eizahlen bei adulten Tanganjikas bei rund 7-12 Eiern, während es bei Malawis wohl eher 15-25 sind. Ausnahmen bestätigen die Regel. Auch die gerade entlassenen Jungtiere der Malawis sind gewöhnlich deutlich kleiner als jene der Tanganjikas. Unterschiedliche Überlebens-Konzepte und -Strategien, welche die Natur, entsprechend den verschiedenen herrschenden Umweltbedingungen, vorsah.  Das Fortpflanzungsverhalten ist weitgehend identisch mit jenem der Tanganjika-Mauölrüter, welches oben beschrieben wurde.



Aufzucht von Cichliden


Folgende Ausführungen gelten nur für Tiere, die zu Zwecken der gezielten Aufzucht entnommen werden.


Richtig ist, dass Jungfische tatsächlich in einer Futterlösung schwimmen und wachsen sollen. Und zwar je kleiner ein "Fischchen" desto dichter soll das Futter in Lösung schwimmen. In der Realität des Alltags ist es sicher nicht verkehrt Jungfische bis ca. 1,5 cm Länge täglich bis zu 8 Mal oder mehr zu versorgen. 100% Wasserwechsel nach 1-2 Tagen, sowie mitwachsende, hygienisch leere Becken vorausgesetzt, wachsen so die Tiere rasch und vor allem gesund. Je größer die Tiere jedoch werden, desto weniger Portionen je Tag benötigen sie. Nach ca. 9-12 Monaten haben die Tiere Ihre natürliche Endröße erreicht und werden spätestens dann nur noch 1-2 Mal je Tag nicht zu nährstoffreich versorgt. Die Vorteile mitwachsender Becken liegen auf der Hand, sorgt dies doch für eine Ruhe schaffende hohe Fisch- und Futterdichte einerseits und für eine gute Beobachtungs- und Eingriffssituation sowie hervorragende Wasserwechselbedingungen andererseits. Aus den selben Gründen heraus sollte man am Anfang auch auf Bodengrund und Einrichtung weitgehend verzichten. Es reicht aus, wenn man anfangs ca. 20 etwa 0,5-1 cm kleine Jungfische in einem 4-6 L - Plastikbehälter unter kontrollierten Umständen ca. 3-4 Wochen lang heranzieht. Der nächste Behälter könnte dann ein 12- oder 15-l-Becken für 6-12 Wochen sein usw. ...


Das ein entsprechend großer Wasserwechsel mit geeignetem Wasser alle paar Tage auf dem Programm steht liegt hier auf der Hand und sollte nicht nochmals erläutert werden müssen. Ein toller Megafilter hilft da nämlich auch nichts mehr ...


Vielleicht - hoffentlich - wird hier auch deutlich, dass es eigentlich gar nicht sein kann, dass gesunde Jungtiere in der Größe von ca. 3-5 cm für 5€ oder so verschleudert werden.




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Krankheiten und Therapien :


Als Laie verzichte ich an dieser Stelle auf triviale Aussagen zu diesen Themen.

Auf oberflächlicher Ebene sind duzende mehr oder weniger geeignete und meist aus der Erfahrung resultierende Angaben in einschlägigen Foren seit Jahrzehnten anhängig und einfach abrufbar. Das hier seit Anbeginn der Aquaristik von Aquarianern großer Schaden mit oft zu wenig Fortschritt durch andauernden Versuch und Irrtum erzielt wurde, ist leider auch darauf zurückzuführen, dass es, bis heute, und bis auf sehr wenige Menschen, kaum ausgebildete und erfahrene professionelle Experten aus Biologie und Tiermedizin gibt! Ich schätze den Stand der Zierfischmedizin demnach heute so ein, dass wir irgendwo in den 80`ern des letzten Jahrhunderts regelrecht stehen geblieben sind. Zu erkennen ist dies an den immer wieder neu aufkommenden "alten" Diskussionsschleifen der Netz-Communities rund um Krankheiten.



Aquarien-Literatur, teils auch Quellenverzeichnis :


Wasserchemie


Geisler, R. (1964). Wasserkunde für die aquaristische Praxis. Stuttgart: Kernen-Verlag; 143 Seiten.


Hanns-Jürgen Krause:  Handbuch Aquarienwasser. Hanns-J. Krause. Auflage 2009. 128 S., 28 Farbbilder, bede-Nr. GB 015, geb. ISBN 978-3-8001-9877


/fileadmin/hausarbeiten/naturwissenschaft/Hausarbeit-Naturwissenschaften-Biologische_Abwasserreinigung.pdf . Zu finden auf audimaxx.de

Kostenfrei abrufbar


chemienet.info/7-ph / abrufbar im Netz

Kostenfrei abrufbar


Prinzipien und Richtlinien, Methoden zur Haltung von Cichliden


Das große Diskusbuch. Autor: Bernd Degen: 336 Seiten. Verlag Eugen Ulmer; Auflage: 2., (27. September 2010) . ISBN-10: 3800169711. ISBN-13: 978-3800169719


Cichliden - artgerecht gepflegt - Ad Konings (Redakteur ) ISBN 3-928457 - 18 - 7

(1993) Verlag: Cichlid Press ( ins Deutsche übersetzt ) 12 Autoren . Übersetzt von  Gertrud Dudin


Bilderbücher zu Tanganjikacichliden:


Brichard, Pierre: Das Große Buch der Tanganjikacichliden. Verlag: Bede Verlag, Kollnburg (1992) 543 S.  ISBN 10: 3927997943 ISBN 13: 9783927997943               


Mini-Atlas Tropheus Autor Frank Schneidewind Verlagbede-Verlag, 2005 ISBN3898600939, 9783898600934 Länge 335 Seiten


Afrikanische Buntbarsche II - Tanganjika I - Tropheus Autor: Peter Schupke
Umfang: 192 Seiten Verlag: A.C.S. ISBN: 3-936027-37-4


Atlas der Tanganjikacichliden. Band 2. 1998. Autor: Pierre Brichard.250 Seiten .

Verlag: Bede; Auflage: 1. Auflage (1998). ISBN-10: 3931792374 ISBN-13: 978-3931792374

Atlas der Tanganjikacichliden. Band 1. 1997. Autor: Pierre Brichard. Verlag: Bede (1997) ISBN-10: 3931792366. ISBN-13: 978-3931792367


Krankheiten und ihre Erkennung, Behandlung

                                                                                

Gesunde Diskus und andere Cichliden (Großcichliden). Bd.1. 1996. Autor: Dieter Untergasser. 200 Seiten.Verlag: Bede (1996). ISBN-10: 3927997013. ISBN-13: 978-3927997011


Gesunde Diskus und andere Cichliden (Großcichliden). Bd.2. Autor: Dieter Untergasser. 143 Seiten Verlag: Bede (1998) ISBN-10: 3927997080 ISBN-13: 978-3927997080

                                                                                                                          Gesunde Aquarienfische  (  abrufbarer Ratgeber in Buchform eines Anbieters von Medikamenten )  Dokumentenname : gesundeaquarienfische.pdf  ( Stand 03/17 )


Gesund wie ein Fisch im Wasser ? ( Alles über Fischkrankheiten in Süß- und Meereswasseraquarien ) Autoren: Karl A. Frickhinger, Barron B. ter Höfte, Peter Arend. 185 Seiten Verlag: Tetra-Verlag (1992) ISBN 3-89356-109-9


                         


Tanganjikasee

Literatur und Aufsätze mit mehr oder weniger wissenschafltichem Anspruch


DATZ - regelmäßige Aufsätze zu Fragen rund um Fragen zur gattungs-, u./o. artspezifischen Haltung ( im Netz leicht zu finden!)

teils kostenfrei aus Datenbanken abrufbar als PDF


DATZ - Sonderheft Tanganjikasse


DCG -  regelmäßige Aufsätze zu Fragen rund um gattungs- u./o. artspezifischen Haltung ( im Netz leicht zu finden!)

teils kostenfrei aus Datenbanken abrufbar als PDF


Untersuchung und Bewertung von Fischgewässern mit (....) . Ein Leitfaden für Fischzüchter und Gewässerwarte 10. überarbeitete und ergänzte Auflage
2006 MACHEREY-NAGEL im Eigenverlag.

Dateiname: Untersuchung Fischgewaesser.pdf

Kostenfrei abrufbar


Explosive Artbildung bei ostafrikanischen Buntbarschen. von Georg Menting, Lippstadt. Dateiname: explosive_artbildung_buntbarsche.pdf

Kostenfrei abrufbar


Gewässerkundliche Untersuchungen am Tanganjikasee. Article · January 1998
Dateiname: Plisnier 1998b.pdf

Kostenfrei abrufbar



Notfallapotheke :    

 

Fast jeder Aquarianer kennt das Problem. Trotz vermeintlich bester Pflege etc. kann es vorkommen, dass durch äußere Einflüsse Bakterien und/oder Parasiten, Giftstoffe derart überhand nehmen, dass es für unsere Fische "knapp" wird. Besonders spannend wird es, wenn das "Grauen" am Wochenende oder vor dem Urlaub einsetzt ... 

 

Den Buntbarschen werden dabei v.a. darmschädigende Einzeller wie Hexamita und Kiemen- sowie Hautwürmer gefährlich! Erst in zweiter Reihe und oft erst nach Schwächung durch die ersten überhand nehmenden Infektionen oben werden auch Bakterienstämme gefährlich!     

 

Aus meiner eigenen Erfahrung empfehle ich deshalb folgende Präparate/Wirkstoffe immer kühl, verschlossen und dunkel, sowie für Kinder und Unbefugte unerreichbar vorrätig zu halten:

 

.. auch hier gilt zunächst: Lesen und Befolgen Sie die Packungsbeilage und/oder fragen Sie Ihren fischerfahrenen Tierarzt ( Suchmaschine hilft rasch weiter! ):  

 

( Verstehen Sie aber zunächst, dass jede Anwendung der unten angeführten Präparate auf lange Sicht auch Nachteile/Risiken hat! Bspw. Kupferanreicherung, Vernichtung der Filtersubstrate, Bakterien- u./o. Algenblüten, Anreicherung in den Fischorganen, Vergiftungen, Krebsrisiko, Verätzungen, etc. ... das gilt auch für Menschen!! )


Benutzen Sie Handschuhe, ggf. Schutzbrille !

 

Neomyzinsulfat:   

Verschreibungspflichtiges, starkes Antibiotikum gegen Bakterieninfektionen


Nifurpirinol:

Synthetisches Antibiotikum aus der Gruppe der Nitrofurane ( sehr fischverträglich ) gegen bakterieninfektionen. Nur noch über das Ausland erhältlich, da u.U. gesundheitsschädlich für Menschen!!  Eigenverantwortung!!  


Esha2000 + Exit: 

Desinfizierende Farbstoffe, Proflavin, Ethacridinlactat und Kupfer 2+ gegen eine Reihe von Hautrübern und exo- u. endoparasitären Einzellern, sowie Invertebraten, manche Kiemen- und Hautwürmer   


Praziquantel:

Wirkstoff gegen alle Haut- u. Kiemenwürmer sowie einige Darmparasiten


Chlormain-T:

Gegen Kiemenwürmer, teils auch Hautwürmer


5-Nitro-1,3-thiazol-2-ylazan:

Wirkstoff gegen "Lochkrankheit", Einzeller, Flagellaten wie Spironucelus, Hexamita u.a.m. 


Metronidazol:

Antibiotikum-Wirkstoff gegen "Lochkrankheit" Einzeller, Flagellaten wie Spironucelus, Hexamita u.a.m. Wirkt auch gegen einige Bakterienstämme


Emamectinbenzoat:

Wirkstoff gegen Rundwürmer, Haarwürmer, Fräskopfwürmer u.a.m.  


Natron::

Zur Verhinderung von Organschäden an Fischen bei Säuresturz durch Erhöhung des pH-Wertes und der Na-Karbonathärte


Sauerstofftabletten:

Soforthilfe bei kritischem Atemverhalten, bspw. wenn keine Ersatzpumpe, Auströmer verfügbar


Reines Nelkenöl

Schmerzloses Einschläfern, wenn absehbar ist, das ein Fisch zu stark - und ohne Aussicht auf Besserung - leidet bzw. bereits erkennbar stirbt. Meine Erfahrung: Dosierung: 5-6 Tropfen reines Nelkenöl / L Einschläferungswasser im Behälter mit dem Fisch zunächst in 1 ml Heißwasser ( Schnapsglas ) rühren und fein verteilen, dann in Kunststoffspritze  aufziehen und unter hohem Druck in den Fischbehälter zur feinen Emulsionsbildung dort hinzuspritzen. Dauer des Einschläferungsbades: ca. 10-15 Min., die Prozedur ist beendet, wenn 2 Minuten lang keine Kiemenbewegung mehr stattfindet.


Kühlungsaktionen im Sommer

Erhöhen Sie zunächst den Sauerstoffgehalt. Wenn die Temperaturen nicht mehr anders zu senken sind kühlen Sie die Aquariumscheiben durch Kombinationen  von Aktionen, bspw. Anlegen von nassen, kalten Handtüchern an den Scheiben, das Schliessen der Rolläden, das Öffnen der Abdeckelung und den Verzicht auf jede Art von Beleuchtung ...


Hilft das noch nicht, erhöhen Sie die Verdunstung durch zusätzliche Oberflächenbewegung bspw. durch Ventilatoren und schalten Sie eine mobile Raum-Klimaanlage ein. Auch technische Wasserkühlung durch geeignete Kühlapparate mit Durchfluss direkt am Aquarium ist heute möglich.


Bei Einsatz technischer Hilfsmittel ist besonders auf damit einhergehende Gefahren zu achten!

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Einige oben genannter Arzeneien, Mittel sind, Stand 2018, aus unterschiedlichsten Gründen heraus aus dem aquaristischen Handel entfernt worden oder stehen kurz vor einem Entzug! Eine Beschaffung ist dann ggf. über den aquaristischen Handel im Ausland oder aber über den Tierarzt, die Aphoteke erforderlich.


Urlaub/Abwesenheit :


Ein, wie es scheint, äusserst prikäres Thema ist die Frage, wie man beruhigt in den Urlaub oder auf Geschäftsreise fährt und seine Tiere zurücklässt. Hat man keinen mindestens ebenso erfahrenen Aquarianer wie man selbst einer ist "zur Hand" so gilt:  Lassen Sie das Licht aus, etwas Tageslicht reicht. In Pflanzenbecken geht das in abgeschwächter Form auch. Senken Sie gegebenenfalls die Temperatur etwas und unterlassen Sie das Füttern bis zu Ihrer Rückkunft. So halten Ihre Tiere das problemlos bis zu 3 Wochen aus, und zwar, ohne merklich an Gewicht zu verlieren. Dafür beginnen Sie 14 Tage vor Reisebeginn damit, Ihre Tiere etwas "rundlicher" zu formen in dem Sie die Futtermenge erhöhen. Bereiten Sie sie so auf Ihren Urlaub, Ihre Abwesenheit vor. Prüfen Sie die gesteckten Schlauchverbindungen, alle technische Geräte und führen Sie einen ganz normalen oder eventuell etwas größeren Wasserwechsel durch. Jeder, auch "zierfischlose" Mensch kann nun beauftragt werden, einmal täglich nach der Elektrik und der Atmungsfrequenz der Tiere zu sehen. Mehr brauchen Sie nicht zu tun! Um den Konsequenzen eines Stromausfalls vorzubeugen, legen Sie zuvor einfach Sauerstofftabletten mit einer kleinen Anleitung und zusammen mit einer batteriebetriebenen Luftpumpe und Sprudelstein auf das Becken und informieren Sie sich gegenseitig rasch per whatsapp o.Ä. .Wenn das nichts "mehr" hift, schalten Sie einen fischerfahrenen Menschen oder gar Tierarzt ein. 


Bei längeren Abwesenheiten sind natürlich andere Lösungen zu finden!


G. Stoldt